Sonntag, 18. Februar 2018

Neues Lieblingskleid nach altem Schnittmuster

Als ich mit dem Nähen begann nähte ich sehr gerne nach Schnittmustern von McCalls oder Vogue, da sie eine sehr anschauliche und verständliche Anleitung enthielten. Ohne sie hätte ich sehr viel Zeit in Nähkursen verbracht oder hätte so manches mal aufgegeben. Irgendwie habe ich die Schnittmuster in letzter Zeit etwas aus den Augen verloren. Vermutlich gefällt mir die Präsentation der kleinen Indie Label erheblich besser, so dass sie mich immer wieder verführen, Schnittmuster zu kaufen und Kleidung danach zu nähen. Wie dieses Kleid zeigt, sollte ich Mc Call´s wieder etwas mehr Beachtung schenken.


Dieser lange und dunkle Winter führte bei mir zu dem Wunsch, ein Hemdblusenkleid aus einem wärmenden Wollstoff zu nähen. Zu meiner großen Freude fand ich neben dem passenden Stoff in meiner kleinen McCall´s Sammlung den dazu passenden Schnitt, den ich schon lange besitze, aufgrund meiner kleinen - und BESIEGTEN! - Knopflochphobie jedoch nie auszupacken wagte.


Ein Fehler, wie sich zeigte, denn neben einem sehr klassischen Schnittmuster und einer klaren, bebilderten Anleitung, enthielt er auch noch für jede Größe ein Schnittteil - ok für den Rock nicht - aber alle Oberteile gab es in jeder Größe, so dass ich, falls sich meine Größe mal ändern sollte, keinen neuen Schnitt kaufen muss, weil ich - wie eigentlich fast immer - den Schnitt nicht kopiert, sondern ausgeschnitten habe.


Genäht habe ich das Kleid in Größe 12. Mit langärmeligen T-Shirt, Unterkleid und Winterfigur passt es perfekt. Für den Sommer habe ich eine weitere Version geplant und auch den passenden Stoff habe ich bereits. Evtl. nähe ich das Kleid dann eine Nummer kleiner. Mal sehen. Dank der vielen Schnittteile für die einzelnen Größen, ist es erfreulicherweise möglich, eine andere Größe einfach auszuprobieren. Spiel hat dieses Kleid auf jeden Fall noch, so dass es vermutlich auch in Größe 10 sitzt.


Änderungen: Wie so oft habe ich das Oberteil um 3,5 cm verlängert damit die Taillennaht auch in der Taille sitzt. Die Knöpfe habe ich nach Gefühl verteilt. Die Ärmel habe ich an den beiden Nähten jeweils um ca 1 Zentimeter (insgesamt also um ca 4 cm!!) verschmälert und das, nachdem sie schon eingenäht waren! Ich war überrascht, wie unkompliziert, sich der Ärmel an dieser Stelle ändern ließ.


Die vorgesehen Ärmelmanschetten habe ich weggelassen und stattdessen eine kleine Falte am Ärmelsaum eingefügt, so dass der Ärmel das Handgelenk enger umschließt.

Das Schnittmuster sieht einen Gürtel zum Binden vor. Da mir ein Gürtel mit Gürtelschnalle vor allem für so ein Wollkleid besser gefällt, habe ich eine Gürtelschnalle mit Stoff bezogen (Rohling von Poppy Ray). Den vorhandenen Dorn habe ich mit einer Zange entfernt, da ich mit Gürtelösen auf Kriegsfuß stehe. Sie sitzen grundsätzlich nicht dort, wo sie hingehören und lösen sich gerne.


Weil meine neue Nähmaschine nicht nur Knopflöcher kann, sondern auch noch diverse Zierstiche und Alphabete besitzt, habe ich in den Beleg der Knopfleiste eine kleine Erinnerung eingestickt. Ich hoffe, dass alle ab jetzt entstehenden Kleidungsstücke etwas in der Art erhalten und noch individueller werden.


Insgesamt ist ein super bequemes Kleid entstanden - der Wollstoff hat einen geringen Elasthananteil! - das ich mir zu jedem Anlass vorstellen kann. Bisher habe ich es allerdings erst zweimal getragen. Die Bilder von mir sind am letzten Wochenende im Kunstgewerbemuseum in Berlin entstanden. Leider war es so dunkel, dass mein Handy sich weigerte, scharfe Bilder zu machen.

Den einzigen Nachteil des Kleides sieht man auf dem Detailfoto. Es zieht Fusseln magisch an... Aber damit kann ich ganz gut leben.


Eigentlich hatte ich im Oktober geplant, dem Fasching in Karlsruhe zu entfliehen und in Berlin ins Theater zu gehen. Doch es kam anders: Sybille reiste aus Bielefeld an und ich konnte sie nur von einem Theaterbesuch überzeugen, so dass wir die meiste Zeit mit allerliebsten Nähfreundinnen verbrachten, die sich alle Zeit genommen hatten. Eine gewährte mir/uns sogar, wie im letzten Juni bereits, Asyl. DANKE!!! Durch meinen Blog habe ich so unglaublich viele wunderbare Menschen kennengelernt. Leicht erschöpft aber glücklich bin ich am Dienstag nach vier Tagen nach Hause gefahren.

Allen LeserInnen wünsche ich einen guten Start in die Woche!!
Nina

Mittwoch, 7. Februar 2018

Me Made Mittwoch im Burda Mantel

Ich liebe es, dicke Wollstoffe zu vernähen, so dass ich Anfang Januar bei Diffusione Tessile in Roppenheim nicht widerstehen konnte, als diese reduziert waren. Aus einem der beiden habe ich einen Mantel bei der AnNäherung in Bielefeld genäht. Letzte Woche konnte ich ihn in Berlin zum ersten Mal tragen. Ich war fast ein wenig froh, dass es wieder kalt geworden war und der Wind  - wie so oft im Winter in Berlin - schneidend kalt. Der Mantel hielt mich warm.


Aufgrund des großen Karo-Musters wollte ich keinen aufwändigen Schnitt, da zusätzliche Nähte nur zusätzlichen Aufwand beim Zuschnitt nach sich gezogen hätten und letztendlich durch das auffällige Muster in den Hintergrund getreten wären. Beim Bloggertreffen in Köln im November sah ich Sylvia in einem extrem schönen Mantel nach genau so einem Schnitt. Er stammt aus der Burda vom Januar 2016, aus der ich bereits zwei Mäntel nach einem anderen Schnittmuster genäht habe. 


Im Grunde besteht der Schnitt aus drei Schnittteilen, so dass ich wenig auf die Verteilung der Karos achten musste. Trotzdem hat es mich gut neunzig Minuten gekostet, die Schnittteile auf dem Stoff zu verteilen. Ich war also froh, mich bewusst gegen einen Schnitt mit mehr Teilen entschieden zu haben. 

Zu meiner großen Freude traf ich Sylvia in genau dem Mantel bei der AnNäherung wieder und konnte ihren anprobieren, um die von mir gewählte Größe 40 zu testen. Ihrer war in 38 und passte, da ich aber ein Steppfutter einnähen wollte, hatte ich den Mantel in Größe 40 kopiert, um dem zusätzlichen Volumen Platz zu bieten. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob dies tatsächlich notwendig war, da der Mantel ausreichend Weite bietet.

Nachts um halb zwei wurden die letzten Nähmaschinen ausgeschaltet...
Bei der AnNäherung hatte ich das Glück, neben Sybille zu sitzen, die die Schneiderei vor vielen Jahren erlernte und deswegen auf einen großen Wissensschatz zurückgreifen kann. Sie empfahl mir Fischchen für die Schultern und auf Schulterpolster zu verzichten. Da sie Volumenvlies dabei hatte, schnitt sie mir gleich welche zu und zeigte mir, wie man sie einnäht.


Das oben gezeigte Volumenvlies wird in der Mitte gefaltet und mit der offenen Seite nach außen an die Nahtzugabe der eingenähten Ärmel angenäht. Fertig. Ich bin immer sehr erfreut, wenn man bestimmte Effekte mit einfachen (und kostengünstigen) Mitteln erreichen kann. Das ist sicherlich eine Technik, die ich noch häufiger verwenden werde, zumal ich kein Freund von Schulterpolstern bin.


Von der Seite sieht man gut, dass die Schulter deutlich definiert ist.


Damit ich den Gürtel nicht verliere, habe ich Gürtelschlaufen in die Seitennaht eingefasst.

Der Mantel wird vorne mit Druckknöpfen geschlossen, die ich mit ein klein wenig mehr Abstand nochmal neu annähen könnte damit sie etwas tiefer enden und die Abstände etwas gleichmäßiger sind. Zudem ist der oberste Kopf falsch genäht, da ich mich erst danach informiert habe, wo die Drucknknöpfe mit dem "Nupsi" (der Erhebung) hingehören. Wie ich mich kenne, bleibt das aber so, da es mich nicht wirklich stört.


Das Steppfutter stammt ebenfalls von Diffusione Tessile. Es ist nicht so voluminös und steif wie viele, die man im Stoffhandel erhält und gefällt mir sehr gut. Da die Stoffe gerade im Sale waren, hat der Mantel inklusive Druckknöpfe, die daran einen nicht unwesentlichen Anteil haben, ca 60 Euro gekostet.

Darunter trage ich - neben einer gekauften Strickjacke - mein drittes Kleid nach "Robe Vogue" (1 und 2) von Louis Antoinette, das es leider (bisher) nicht auf den Blog geschafft hat (vielleicht auch nicht schaffen wird, da es bereits das dritte nach dem Schnittmuster ist), das ich aber sehr gerne trage. Im Koffer hatte es ein wenig gelitten und deswegen eine große Falte oberhalb der Brust.


Da ich das Kleid ebenfalls bei der AnNäherung genäht habe, hat es den von Alex, Susi und Miriam zum fünften Jubiläum der AnNäherung verschenkten Sticker erhalten, der mich dazu inspiriert hat, in der Zukunft allen Kleidungsstücken eine kleine Widmung zu schenken.

Wiebke und Katharina danke ich für die Geduld vor dem Besuch des Marktes am Maybachufer, damit Wiebke die hier gezeigten Fotos schießen konnte.


Eigentlich war ich letzte Woche zum Arbeiten in Berlin. Am Freitag ergab sich aber ein kleines Zeitfenster, so dass ich die beiden treffen und den Markt besuchen konnte auf dem wir auch noch zufällig Nina vom Nähkontor getroffen haben.

Schon viel länger geplant ist ein privater Berlinbesuch für das kommende (verlängerte) Wochenende. Ich freue mich wahnsinnig viele liebe, nähende Freundinnen zu treffen, habe ein volles Programm und hoffe am Samstag mit einem neuen Kleid "Professor Bernhardi" in der Schaubühne zu sehen. Es ist noch nicht ganz fertig. Bis auf kleine technische Schwierigkeiten bin ich von dem Ergebnis allerdings mehr als freudig überrascht. An dieser Stelle deswegen vermutlich in nächster Zeit mehr davon.


Jetzt reihe ich mich in die TeilnehmerInnen des Me Made Mittwochs ein und freue mich auf jede Menge interessante Erwachsenenkleidung.


PS: Der Schal ist natürlich gestrickt: Brigitte Sondermodell. Ich habe bereits einen Schal in einem helleren Grau und dünnerer Wolle und einen schwarzen unverbloggten nach der Anleitung. Eine Mütze ist in Arbeit damit am Wochenende auch die Ohren warm bleiben.

Montag, 29. Januar 2018

Knopflochphobie besiegt! Lempi von Named

Lempi war kein Schnittmuster für ein Kleid, das mir sofort gefiel. Diese großen Taschen, die so verdammt tief hängen fand ich sehr seltsam. Vor wenigen Monaten konnte ich dann aber Sybilles Lempi im Original in Köln sehen - das sie aus einem Traumstoff genäht hat - und anprobieren. Ich war angefixt aber nicht überzeugt. Neben den etwas merkwürdigen Proportionen gefällt mir die Länge, die mit der von Agate vergleichbar ist, nicht. Aber der Vorteil vom selber nähen liegt ja schließlich darin, die Länge selbst bestimmen zu können, so dass ich es im November zuschnitt. Ein wenig überrascht bin ich, dass das Kleid - zumindest im Moment noch - lang geblieben ist. Die sehr tief sitzenden Taschen halten mich davon ab, es zu kürzen


Mit der Knopfleiste, dem Kragen, den Schulterpatten und dem Gürtel ist Lempi kein Kleid, das schnell genäht ist. 

Quelle: https://www.namedclothing.com/shop/lempi-button-down-dress/, 29.01.2018

Was die Fertigstellung aber eigentlich hinauszögerte - begonnen hatte ich das Kleid Anfang Dezember - waren die Knopflöcher. Mit meiner alten Nähmaschine stand ich, was Knopflöcher betrifft, auf Kriegsfuß. Einerseits musste man sehr genau nähen, da man die Länge durch Abstoppen und Richtungsänderungen im richtigen Moment bestimmte und - was viel schlimmer war - sie den Stoff in der Regel nicht rückwärts transportierte und ich ihn immer unter der Nadel herziehen musste. Das war kein Spaß.


Die neue Nähmaschine ist nicht hundertprozent zuverlässig, bisher musste ich etwa jedes dritte Knopfläch zwei Mal nähen, aber da sie computergesteuert ist, klemmt man einen entsprechenden Knopf in den Knopflochfuß und schon näht sie Knopflöcher der passenden Länge. Bei meiner alten musste ich einige Knopflöcher nähen bis sie die richtige Länge hatten. Und dann musste ich die Länge auch noch mehrmals genau so hinbekommen. Meistens sahen die Knopflöcher deswegen etwas unterschiedlich aus. Mit der neuen ist einiges einfacher, so dass ich am Wochenende diesem Kleid und einer noch viel länger fertigen Jacke, Knopflöcher und Knöpfe geschenkt habe.


Anschließend musste ich gleich noch den Knopfannähfuß ausprobieren und bin seitdem der Meinung, dass ich nun eine Menge Hemdblusenkleider nähen muss, um das dabei aufkommende Glücksgefühl häufiger zu verspüren. Den Fuß hatte meine andere Maschine auch, so weit ich weiß, gehört er in der Regel zu den Standartfüßchen, die mitgeliefert werden, aber ich hatte ihn nie genutzt.

Hilfreich finde ich auch dieses Teil, das ich im Nähkontor in Berlin gekauft habe:


Damit werden die Abstände zwischen den einzelnen Knöpfen schön gleichmäßig.

Oben rechts in den Bilder hängt übrigens eine Bluse, die seit vermutlich zwei Jahren bis auf die Knopflöcher fertig ist. Sie wird das nächste Projekt und hat sich leider mit auf die meisten Bilder geschmuggelt.


Die Anleitung zu Lempi ist eindeutig und hilfreich. Ich habe das Kleid nahezu ohne Änderungen genäht. Alleine die Brustabnäher habe ich zwei Zentimeter tiefer gesetzt, drei weitere würden ihnen gut tun...

Besonders gut gefallen mir die Nahttaschen. Die aufgesetzten Taschen sind echt aber hängen etwas tief, um wirklich etwas in ihnen zu transportieren. Zudem baumeln sie dann auf den Oberschenkeln rum. Unangenehm. 

Überrascht haben mich die schmalen Schultern, an denen ich absolut nichts geändert habe. Meine eigenen sind schmal. Wer breitere Schultern besitzt, bekommt vermutlich Probleme.


Genäht habe ich das Kleid aus einem der weichesten Wollstoffe mit etwas Stretch, die ich je in der Hand hatte. Ich glaube, dass er aus Roppenheim von Diffusione Tessile (Max Mara) stammt. Dort ist oder war gerade "Sale" und eine ausgesprochen empfehlenswerte Stoffquelle. Die Stoffe haben ihren Preis, liegen aber immer noch ein wenig unter Ladenpreisen und die Qualität ist größtenteils atemberaubend gut. Leider gibt es nur Stoffcoupons begrenzter Länge. Trotzdem: wer in der Nähe ist, sollte einen Abstecher machen.


Ich habe das Kleid heute zum ersten Mal getragen und mich recht wohl gefühlt. Der Gürtel rutscht noch ein wenig, was mich nervt. Er ist für die Gürtelschnalle, die ich im Nähkontor in Berlin gekauft habe, etwas zu schmal. Dafür muss ich noch eine Lösung finden. Eine andere Schnalle will ich nicht, da ich finde, dass dem grauen Stoff etwas Farbe ganz gut tut. Bei einem weiteren Kleid würde ich die aufgesetzten Taschen drei Zentimeter weiter nach oben setzen, die Knöpfe ggf etwas anders platzieren und die Brustabnäher nach unten verlegen. Ansonsten würde ich es genau so nähen. 

Mit Lempi ist auf jeden Fall eine neue Art von Kleid in meinen Kleiderschrank eingezogen. Ich bin gespannt, ob wie oft es diesen in nächster Zeit verlassen wird.

Allen LeserInnen wünsche ich eine schöne Woche!

Und nicht vergessen: In zehn Tagen, am 07.02.2018, ist Me Made Mittwoch!!!

Montag, 22. Januar 2018

Lahja eins und zwei

Habe ich in meinem letzten Post noch die Qualität der Schnittmuster von Named hinterfragt, hält mich dies nicht davon ab, das neueste auszuprobieren: Lahja, ein Bademantel für sie und ihn.


Einerseits musste mein Bademantel ersetzt werden, da der Frotteestoff bereits an der ein oder anderen Stelle ausgeblichen war, zum anderen war ich der Meinung, dass ich mit dem Schnittmuster in Massenproduktion gehen könnte, um endlich ganz inviduelle Weihnachtsgeschenke anzufertigen.

109_01_Lahja_Instructions.pdf Die kurze Version ist für Frauen gedacht.
Dabei kam mir entgegen, dass es den Schnitt in fünf verschiedenen Größen gibt, die sich nur in der Länge für Männer und Frauen unterscheiden. Das reduziert das elende Kopieren des Schnittmusters in verschiedenen Größen erheblich.
Zudem muss man einen Bademantel nicht anpassen, da er in der Regel locker den Körper umschmiegt und nur über den flexiblen Gürtel geschlossen wird. Das ermöglicht, den Überraschungseffekt unter dem Tannenbaum zu erhalten.


Mit einem weichen Leinenstoff aus meinem kleinen Lager testete ich den Schnitt "Lahja" und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Er sitzt gut, hat große Taschen und ist zudem schnell genäht. 




An den Schulternähten habe ich mit französischen Nähen gearbeitet damit keine Overlocknaht auf der Schulter kratzt. An den Ärmelnähten hatte ich Sorge, dass der leichte Bogen in der Naht dazu führt, dass eine französische Naht absteht. Vermutlich wäre sie aber auch hier möglich gewesen.


Innerhalb kürzester Zeit war ein Bademantel für den Sommer entstanden, den ich bestimmt gerne trage, wenn die Temperaturen wieder steigen. 

Da die bestellten Stoffe für die geplanten Weihnachtsgeschenke nicht geliefert wurden, begann ich einen zweiten Bademantel für mich, der wintertauglich ist. Wieder habe ich einen Stoff aus meinem kleinen Lager verwendet. Diesmal habe ich mich für einen Wollstoff entschieden.


Obwohl der Stoff sehr weich ist, habe ich ihn zusätzlich mit einem dünnen Baumwollvoile gefüttert damit er auf keinen Fall kratzt.
Dafür habe ich alle Teile bis auf den Kragen doppelt zugeschnitten und im Prinzip zwei Bademäntel genäht. Der Futtermantel ist an Ärmeln und Saum etwas kürzer damit er sich beim Verstürzen nach innen legt. Das Innere des Bademantels sieht deswegen sehr ordentlich aus.


Damit von außen wirklich nichts vom Futter zu sehen ist, habe ich es festgenäht.


Diesen Bademantel trage ich zur Zeit sehr gerne.


Leider sind die beiden Weihnachtsgeschenke immer noch nicht fertig, da mich zunächst meine Nähmaschine im Stich ließ, ich kaum Zeit hatte und als ich den Stoff zuschneiden wollte, feststellen musste, dass der bestellte Stoff sehr schmal liegt und mir mindestens 1,50m pro Mantel fehlen. Eigentlich hatte ich bei meinen beiden Probemänteln genau nachgemessen und daraufhin 2x3 Meter Waffelpique (für zwei Bademäntel) bestellt, der angeblich 1,50m breit liegt. Nach der Wäsche waren es nur noch 1,20... und damit konnte ich die Schnittteile nicht mehr nebeneinander legen und habe jeweils 1,50m nachbestellt, die sehr lange gebraucht haben, bis sie bei mir waren. Am Wochenende konnte ich einen davon waschen.
Beim Schreiben dieser Sätze fragte ich mich gerade, ob der Stoff tatsächlich so stark eingelaufen ist. Ist er nicht. Ich habe noch Stoff, der nicht gewaschen ist. Er ist nur 1,30m breit. Das sind dann doch ganz andere Voraussetzungen...

Mein Wollstoff lag mindestens 1,50m breit, so dass 3 Meter für einen Mantel reichten.


Ich vermute, dass mich der Bademantel lange begleiten wird und hoffe, dass dies auch für meine beiden Weihnachtsgeschenke gilt, die aber leider immer noch auf den Zuschnitt warten. Vermutlich dauert es noch vier Wochen bis ich sie verschicken/-schenken kann.


Wer jetzt Lust hat, auch einen Bade- oder Morgenmantel zu nähen, kann sich Muriel (Nahtzugabe 5cm) anschließen, die einen kleinen Sew Along dazu anbieten. Am 27. Januar geht es mit einer Sammlung von Ideen los.

Allen LeserInnen wünsche ich eine schöne Woche.
Nina

Montag, 8. Januar 2018

Agate Pencil Dress - meine Begeisterung für Named lässt nach

Bisher hatte ich an den Schnittmustern von Named nichts auszusetzen und war begeistert. Anders verhält es sich mit der letzten Kollektion.

Die Ruri Sweatpants finde ich sehr interessant. Nicht ohne Grund habe ich gleich drei Hosen genäht und war von der letzten sehr überzeugt. Doch wenn sie auch nur einen Zentimeter nach unten rutscht, ist sie im Schritt definitiv zu lang. Erahnen kann man dies bereits auf den Bildern von Named. Vermutlich soll das so sein, mir gefällt es aber nicht und es trägt sich nicht sonderlich komfortabel.

Beim Tierra Wrap Skirt wundert mich die Stoffempfehlung. Er soll aus einem mittelschweren Jersey genäht werden. Nachdem ich ihn nichtsahnend aus einem sehr festen Webstoff genäht habe und er sich gut trägt, kann ich mir nicht vorstellen, dass er gut sitzt, wenn man sich ihn aus Jersey um die Hüfte wickelt.

Ähnlich geht es mir beim Agate Pencil Dress. Empfohlen wird nichtdehnbarer Stoff. In diesem Fall wäre aber etwas Stretch, vor allem wenn das Kleid so körpernah wie auf den Named Beispielfotos sitzt, wünschenswert, um noch ausreichend Luft zu bekommen.

Bei meinem Kleid ist das Luftholen kein Problem. Obwohl ich mich an die Größenangaben gehalten habe, die sonst immer knapp bemessen waren, ist das Kleid weit genug. Allerdings würde es mir köpernaher - mit etwas Stretch - besser gefallen.


Von vorne fällt die Weite nicht so auf und stört mich vorrangig am Rock und einige wenige Zentimeter in der Taille.


Von hinten allerdings sieht das Kleid dann etwas merkwürdig aus. Solche abfallenden Schultern und die Andeutung eines Buckels sind mir bei mir bisher nicht aufgefallen.


Am nächsten Wochenende fahre ich zur AnNäherung nach Bielefeld. Wenn ich Lust habe, nehme ich das Kleid mit und zeige es der versammelten Nähgemeinde. Vielleicht hilft das "Schwarmwissen" weiter. Denn grundsätzlich gefällt mir das Kleid.

Genäht habe ich es aus einem braunen Wollstoff, dem ich allerdings nicht besonders hinterhertrauere.


Bei Claudia konnte ich lesen, dass das Anpassen eigentlich kein Problem sein sollte und sie mit ihrer "Weihnachtstunika" auch nicht hundertprozentig zufrieden ist. Vielleicht sollten wir uns für das Wochenende verabreden, um das Problem gemeinsam anzugehen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr solche Anpassungen genau so wenig Spaß machen wie mir... So wird das Kleid den Schrank vermutlich nicht so häufig verlassen und die investierte Zeit wäre für die Katz.


Über die Länge werde ich dann auch nochmal nachdenken. Die finde ich nämlich äußerst unpraktisch. Denn trotz des seitlichen Schlitzes  - den vorgesehenen Reißverschluss habe ich nicht eingenäht, da ich ihn am Bein vermutlich als sehr störend empfinden würde - fühle ich mich beim Gehen eingeengt und fahrradtauglich ist das Kleid auch nicht wirklich. Der Tierra Wrap Skirt übrigens überhaupt nicht.

Eigentlich wollte ich bei der AnNäherung ein schwarzes Agate Dress nähen, da der Schnitt aber vorher angepasst werden muss, werde ich mir nun etwas Neues ausdenken. Stoff habe ich für einen Mantel. Mal sehen...