Donnerstag, 5. April 2018

Jil Sander in Frankfurt

Als ich vor einigen Monaten las, dass es in Frankfurt eine große Jil Sander Ausstellung im Museum für Angewandete Kunst geben wird, markierte ich mir den Termin dick im Kalender. Ich mag die klaren Linien und reduzierten Designelemente der Kollektionen. Bei Monika bekam man vor zwei Wochen dann einen kleinen Einblick in die Ausstellung, der meine Neugier steigerte. Von Karlsruhe sind es bis Frankfurt knapp 150km, es ist also nicht wirklich weit. 

Gestern war ich nun dort und bin froh nicht extra nach Frankfurt gefahren zu sein, sondern auf dem Rückweg von Bielefeld die Autobahn kurz verlassen zu haben, um ins Museum zu gehen, denn diese beiden Bilder stehen für mich für die Ausstellung durchaus stellvertretend:



Denn in den Ausstellungräumen ist man vor allem von Leere, Fotos und Wandprojektionen umgeben. Die einzelnen Ausstellungsstücke haben viel Raum, oder sind auch mal hinter einer Wand halb verborgen. Optisch gefällt mir das sehr gut. Nur informativ fand ich die Ausstellung leider nicht.

Die nun folgenden Exponate sieht man zum großen Teil auch bei Monika, weil es kaum mehr Ausstellungsstücke gibt.






 An der linken Seite sind Schuhe und Taschen ausgestellt, am Ende einige Turnschuhe.



Gefolgt von Modefotos, die man entweder im Dunkeln, unbeleuchtet, im Miniformat an der Wand bewundern kann oder als Wandprojektion im Nebenraum.


Ich bin froh, nicht extra 150km gefahren zu sein, denn ich wäre vermutlich ein wenig enttäuscht gewesen. Wer in der Nähe ist und 12 Euro bezahlen möchte, sollte sich die Ausstellung ansehen.


Und ggf den Ausstellungskatalog kaufen, da man dort sicherlich mehr Details sehen kann als in der Ausstellung selber.

Kommentare:

  1. Danke für den Hinweis! Bis eben hatte ich mir, dass man auf Fotos der Ausstellung eigentlich immer dieselben Modelle sieht, damit erklärt, dass es eben die Highlights der Ausstellung sind, die einfach allen gefallen. Ich glaube, ich wäre schon enttäuscht gewesen, dass es nicht mehr zu sehen gibt, insbesondere da es von Berlin schon eine Strecke ist ... LG Manuela

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  2. Ich finde, dass du ein wenig streng bist, man kann theoretisch sehr lange die verschiedenen Videosequenzen und Fotosequenzen anschauen, die Lookbooks durchblättern, es gibt neben den Besonderheiten der Materialien und Jil Sanders Perfektionismus, bequeme Stücke zu konzipieren, Dinge zu sehen, die man nicht in erster Linie mit ihr in Verbindung bringt, z. B. die Innenarchitektur der Läden, die besondere Sichtweise in der Modefotografie, dass sie als Erste die Kooperation im Bereich Parfüm gestartet hat.... ich war bei meinem ersten Besuch auch enttäuscht, weil Hintergrundinformationen komplett fehlten, die man sich am besten vorher erarbeitet. Die Ausstellung hat nicht den Anspruch, eine Modeausstellung zu sein, sondern das Lebenswerk von Jil Sander (als Künstlerin, na ja, so behauptet es der Kurator) vorzustellen. Die Gianni Versace Ausstellung in Berlin fand ich um Längen dürftiger und damit enttäuschender. Einmal im Monat sind alle Museen in Frankfurt umsonst. Oft sind wichtige Sonderausstellungen davon ausgenommen, diese nicht. Aber ich habe außer der Ausstellung in Berlin keinen weiteren Vergleich und ich bin in 10 min. am Museum, das verändert mglw. die Betrachtungsweise (und ich habe keinen Eintritt bezahlt). LG Anja

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  3. Danke für Deine Bewertung. Ich habe tatsächlich überlegt, extra für die Ausstellung nach Frankfurt zu fahren. Das werde ich nun wohl eher nicht machen. Aufgrund der Berichte, die ich bisher gelesen habe, wäre ich wahrscheinlich enttäuscht worden.

    Liebe Grüße
    Gabi

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