Sonntag, 18. Februar 2018

Neues Lieblingskleid nach altem Schnittmuster

Als ich mit dem Nähen begann nähte ich sehr gerne nach Schnittmustern von McCalls oder Vogue, da sie eine sehr anschauliche und verständliche Anleitung enthielten. Ohne sie hätte ich sehr viel Zeit in Nähkursen verbracht oder hätte so manches mal aufgegeben. Irgendwie habe ich die Schnittmuster in letzter Zeit etwas aus den Augen verloren. Vermutlich gefällt mir die Präsentation der kleinen Indie Label erheblich besser, so dass sie mich immer wieder verführen, Schnittmuster zu kaufen und Kleidung danach zu nähen. Wie dieses Kleid zeigt, sollte ich Mc Call´s wieder etwas mehr Beachtung schenken.


Dieser lange und dunkle Winter führte bei mir zu dem Wunsch, ein Hemdblusenkleid aus einem wärmenden Wollstoff zu nähen. Zu meiner großen Freude fand ich neben dem passenden Stoff in meiner kleinen McCall´s Sammlung den dazu passenden Schnitt, den ich schon lange besitze, aufgrund meiner kleinen - und BESIEGTEN! - Knopflochphobie jedoch nie auszupacken wagte.


Ein Fehler, wie sich zeigte, denn neben einem sehr klassischen Schnittmuster und einer klaren, bebilderten Anleitung, enthielt er auch noch für jede Größe ein Schnittteil - ok für den Rock nicht - aber alle Oberteile gab es in jeder Größe, so dass ich, falls sich meine Größe mal ändern sollte, keinen neuen Schnitt kaufen muss, weil ich - wie eigentlich fast immer - den Schnitt nicht kopiert, sondern ausgeschnitten habe.


Genäht habe ich das Kleid in Größe 12. Mit langärmeligen T-Shirt, Unterkleid und Winterfigur passt es perfekt. Für den Sommer habe ich eine weitere Version geplant und auch den passenden Stoff habe ich bereits. Evtl. nähe ich das Kleid dann eine Nummer kleiner. Mal sehen. Dank der vielen Schnittteile für die einzelnen Größen, ist es erfreulicherweise möglich, eine andere Größe einfach auszuprobieren. Spiel hat dieses Kleid auf jeden Fall noch, so dass es vermutlich auch in Größe 10 sitzt.


Änderungen: Wie so oft habe ich das Oberteil um 3,5 cm verlängert damit die Taillennaht auch in der Taille sitzt. Die Knöpfe habe ich nach Gefühl verteilt. Die Ärmel habe ich an den beiden Nähten jeweils um ca 1 Zentimeter (insgesamt also um ca 4 cm!!) verschmälert und das, nachdem sie schon eingenäht waren! Ich war überrascht, wie unkompliziert, sich der Ärmel an dieser Stelle ändern ließ.


Die vorgesehen Ärmelmanschetten habe ich weggelassen und stattdessen eine kleine Falte am Ärmelsaum eingefügt, so dass der Ärmel das Handgelenk enger umschließt.

Das Schnittmuster sieht einen Gürtel zum Binden vor. Da mir ein Gürtel mit Gürtelschnalle vor allem für so ein Wollkleid besser gefällt, habe ich eine Gürtelschnalle mit Stoff bezogen (Rohling von Poppy Ray). Den vorhandenen Dorn habe ich mit einer Zange entfernt, da ich mit Gürtelösen auf Kriegsfuß stehe. Sie sitzen grundsätzlich nicht dort, wo sie hingehören und lösen sich gerne.


Weil meine neue Nähmaschine nicht nur Knopflöcher kann, sondern auch noch diverse Zierstiche und Alphabete besitzt, habe ich in den Beleg der Knopfleiste eine kleine Erinnerung eingestickt. Ich hoffe, dass alle ab jetzt entstehenden Kleidungsstücke etwas in der Art erhalten und noch individueller werden.


Insgesamt ist ein super bequemes Kleid entstanden - der Wollstoff hat einen geringen Elasthananteil! - das ich mir zu jedem Anlass vorstellen kann. Bisher habe ich es allerdings erst zweimal getragen. Die Bilder von mir sind am letzten Wochenende im Kunstgewerbemuseum in Berlin entstanden. Leider war es so dunkel, dass mein Handy sich weigerte, scharfe Bilder zu machen.

Den einzigen Nachteil des Kleides sieht man auf dem Detailfoto. Es zieht Fusseln magisch an... Aber damit kann ich ganz gut leben.


Eigentlich hatte ich im Oktober geplant, dem Fasching in Karlsruhe zu entfliehen und in Berlin ins Theater zu gehen. Doch es kam anders: Sybille reiste aus Bielefeld an und ich konnte sie nur von einem Theaterbesuch überzeugen, so dass wir die meiste Zeit mit allerliebsten Nähfreundinnen verbrachten, die sich alle Zeit genommen hatten. Eine gewährte mir/uns sogar, wie im letzten Juni bereits, Asyl. DANKE!!! Durch meinen Blog habe ich so unglaublich viele wunderbare Menschen kennengelernt. Leicht erschöpft aber glücklich bin ich am Dienstag nach vier Tagen nach Hause gefahren.

Allen LeserInnen wünsche ich einen guten Start in die Woche!!
Nina

Kommentare:

  1. Wenn mir Hemdblusenkleider stehen würden, dann hätte ich gern genau so ein Kleid, das ist wunderschön geworden.
    Liebe Grüße
    Sylvia

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    1. Ich denke ja, dass Dir die auch stehen würden. Warum denn nicht?

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  2. Das ist ein total schönes Kleid, klassisch, zeitlos, wunderbar. Mit der Nähmaschine kannst du dann ja ganze Botschaften schreiben, wie im "Seidenen Faden".… lg Anja

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  3. Sieht toll aus! Vielleicht will ich auch so eins ... Mir gefällt der Gürtel mit Schließe auch besser als einer zum Binden. Bindegürtel sehen auf den Bildern toll aus und in der Realität oft nach Bademantel.
    Die Stickerei innen finde ich super! Auch, dass das Jahr dabei steht. Und McCall's entwickelt sich gerade zu einem meiner Lieblings-Schnitthersteller, ich habe schon eine kleine Sammlung :)

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  4. Sehr schick; mit Hemdblusenkleidern ist man immer gut angezogen und aus der Mode kommen sie auch nicht.
    LG von Susanne

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  5. Der Schnitt ist wirklich ein Evergreen und steht dir sehr gut. Genau so einen gehüteten Wollstoff habe ich gestern vorgewaschen, um eine weite Hose daraus zu nähen. Jetzt muss ich nochmal überlegen, ob das die beste Idee für den Stoff ist...
    LG, Bele

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  6. Ich bin eigentlich keine Hemdblusenkleiderfreundin, aber das finde ich toll und es steht dir sooo gut!!!
    Liebe Grüße
    Sabine

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  7. Tolles Kleid. Schlicht und zeitlos und kommt somit nie "aus der Mode".

    LG, Birgit

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