Mittwoch, 8. März 2017

Seamwork - Ida

Dieser Post ist zunächst auf dem Me Made Mittwoch Blog erschienen und wird hier veröffentlicht, weil mein Blog für mich auch zur Dokumentation meiner Nähprodukte dient.

Herzlich willkommen zum Me Made Mittwoch am Weltfrauentag!

Einen Tag nach der Amtseinführung des neuen Präsidenten in den USA demonstrierten hundertausende von Frauen in Washington und vielen anderen Städten gegen Sexismus und Rassismus. Dabei trugen die meisten Frauen rosa oder pinke Pussy Hats. Die Bilder von diesen Demonstrationen lassen mich seitdem nicht los.


Wir sollten den heutigen Weltfrauentag nutzen ebenfalls mit diesem sehr friedlichen Mittel Protest anzumelden und damit die Umsetzung der Gleichstellung der Frau anzumahnen.

Pink und Rosa sind traditionell "Mädchenfarben". Handarbeit ist ebenso traditionell weiblich besetzt und wird manches Mal belächelt. Der Pussy Hat ist deshalb ein ironisch freches Statement, mit weiblichen Mitteln gegen diejenigen zu protestieren, die sich das Recht nehmen, Frauen als Sexobjekte zu betrachten und sie nicht als gleichwertige Partner anzusehen.

Mehr Hintergrundinformationen zur Gleichberechtigung könnt ihr hier nachlesen:  "3. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland". Es wird Zeit, dass sich etwas ändert! Und das geht nur mit dem dafür nötigen Bewusstsein.

In den allermeisten Städten finden anlässlich des Weltfrauentages Aktionen statt. Bestimmt auch in deiner Stadt. Die Pussy Hats sind dabei ein kleiner Beitrag, Bewusstsein für die Situation der Frauen zu schaffen.

Die Entscheidungen des neuen Präsidenten der USA lassen mich zudem mit einiger Besorgnis in die Zukunft blicken. Ist Donald Trump erst knapp sieben Wochen im Amt, ließen sich bereits mehrere abendfüllende, unterhaltsame Spielfilme über diese Zeit drehen, die nicht vermuten ließen, dass sie auf Tatsachen beruhen.


Hier geht es aber heute, wie jeden Mittwoch, um selbstgenähte Kleidung.

Ich habe zum ersten Mal ein Kleid aus dem Seamwork Magazine genäht. Seamwork ist ein online Magazin, das monatlich für 6 Dollar erscheint, von Colette herausgegeben wird und neben Nähtechniken und Schnittmustern auch Stylingtipps enthält. 


Ich habe für dieses Kleid das Schnittmuster "Ida" verwendet, das man auch als Einzelschnitt erwerben kann und war von dem Ergebnis sehr positiv überrascht. Colette hatte mit seinem letzten Schnittmuster "Rue" für einigen Ärger gesorgt, da das Kleid den allermeisten Frauen nicht passte und auch die ansprechenden Beispiele aus dem Internet vermuten ließen, dass die Näherinnen, anpassen mussten, denn es sah extrem unterschiedlich aus. Colette überarbeitete daraufhin das Schnittmuster und entschuldigte sich bei ihren Kundinnen.


Ida ist eigentlich ein Sommerkleid, denn es hat kleine Flügelärmel. Da es aber immer noch verdammt kalt ist und ich den Schnitt unbedingt ausprobieren wollte, habe ich lange Ärmel ergänzt.


Dazu habe ich das Ärmelschnittteil vom Kleid "Aldaia" von Pauline Alice genutzt und es verlängert.
Erfreulicherweise passte die Armkugel in das Armloch von Ida. Falls ich ein zweites Kleid nähen sollte, würde ich das Oberteil am Ausschnitt etwas verbreitern. Das ist um so erstaunlicher, da ich relativ schmale Schultern habe. Es geht aber auch so.


Besonders gut gefallen mir die kleinen Einsätze auf der Schulter.

Sie sind erstaunlich einfach zu nähen, da es sich einfach um gedoppelte Dreiecke handelt. Das ist sicherlich eine Ausschnittversion, die ich noch häufiger nutzen werde, da sie mir sehr gut gefällt.



Damit die Taillennaht in der Taille sitzt, habe ich das Oberteil um mindestens 4 Zentimeter verlängert. Vermutlich soll sie höher sitzen, mir gefällt das Kleid aber so besser. Den Gürtel habe ich ergänzt, er gehört nicht zum Schnittmuster.

Entstanden ist ein Kleid, das ich bereits mehrmals getragen habe. Es durfte sogar am vorletzten Wochenende mit nach Berlin. Ein Kleid, das ich auf einen Städtekurztrip mitnehme muss mir gefallen, denn ansonsten bleibt es zuhause. Es ist also eine Auszeichnung, reisen zu dürfen.


Genäht habe ich das Kleid aus einem romanitartigen Strukturstoff von Marc Aurel, den ich im Herbst beim Fabrikverkauf in Verl gekauft habe. Das ist bereits das dritte Kleid aus diesem Stoff. Ich hatte also einige Meter davon... Nun ist er aber so gut wie vernäht.

Richtig kleidsam ist die Mütze nicht, als verbindendes Symbol des Protests finde ich sie jedoch großartig.
Rumpelstilzchen oder eine der sieben Zwerge?


Ich wünsche mir zahlreiche Pussyhats, die neben selbstgenähter Kleidung selbstbewusst gezeigt werden. Leider muss ich an dieser Stelle noch kurz an unsere MMM Regeln erinnern: Accessoires - wie der Pussyhat - dürfen leider auch heute nur im Rahmen eines Gesamtourfits gezeigt werden.

Aus den Regeln: "Der Me-made-Mittwoch dreht sich um selbstgemachte Kleidung für Erwachsene. Accessoires dürfen gerne im Rahmen eines selbstgemachten Gesamtoutfits gezeigt werden. Einzelne Mützen, Loops oder Taschen sind jedoch nicht das Thema des MMM."

Vorhang auf!

Kommentare:

  1. Ein tolles Kleid, ein sympatisches Model und ne Knallermütze:))
    Dank für diesen gelungenen Post!!! sagt herzlich
    Angela

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  2. Hallo Nina,
    entschuldige die Verlinkung meines Beitrags zum MMM. Ich war vor lauter Weltfrauentag gedanklich woanders. Beim nächsten Mal gibt es etwas genähtes. Viele Grüße, Julia

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  3. Wie gewohnt schick. Das kleid sieht toll, inspiriert dazu auch meine grauen Stoffe zu verarbeiten. Und die eingesetzten Keile am Ausschnitt sind tolles Detail, muss ich mir unbedingt merken.
    Lg Sabine

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