Mittwoch, 26. April 2017

MMM im Blumenrock

Zwar steht der Me Made Mittwoch erst nächste Woche unter dem Motto "Blumen", ich zeige aber schon heute einen Rock mit einem solchen Muster, da ich zur Zeit Blumen mag und gleich mehrere Kleidungsstücke mit Blumenmotiven genäht habe.
Heute trage ich einen einfachen Tellerrock mit einer gekauften Bluse.


Dem Stoff konnte ich bei Diffusione Tessile in Roppenheim nicht widerstehen, obwohl es sich um 100% Polyester handelt.


Diffuione Tessile verkauft Kleidung von Max Mara aus der jedoch das Etikett heraus getrennt wurde zu Outletpreisen und Stoffcoupons von 1,60m x 1,40m. Aus einem solchen Coupon habe ich eine Tellerrock genäht. Das geht, wenn man nur 1,65m groß ist!

Verwendet habe ich dafür ein Schnittteil von Mc Calls 7081, das eigentlich ein Kleid mit einem Tellerrock ist. Da dieser jedoch in der Taille sitzt, habe ich einfach ein Taillenband und einen verdeckten Reißverschluss in der Seite ergänzt und fertig war der Rock.


Gefüttert ist der Rock mit einem Cuprofutter, das ebenfalls aus Roppenheim stammt. "Cupro" kannte ich bisher nicht. In dem kleinen Stofflexikon von Elle Puls konnte ich dann zufällig wenige Tage nach dem Kauf des Stoffes lesen, dass es sich um eine aus Cellulose aufgebaute Faser - und damit natürlichen Ursprungs - handelt, deren Herstellungsverfahren jedoch recht umweltschädigend ist, was mich weniger freut. Allerdings weist Elle Puls auf den schönen matten Glanz und weichen Griff hin, die mir ebenfalls aufgefallen waren und zum Kauf des Futters beitrugen. Zudem seien die Stoffe atmungsaktiv und und lüden sich nicht statisch auf. Meine andere Futterstoffe klebten am Blümchenstoff und waren absolut ungeeignet, das Cuprofutter nicht.


Für das Futter habe ich allerdings die Schnittteile für einen anderen, schmaleren Rock genutzt, da der Tellerrock nicht auf den schmalen Futterstoff passt.


Tellerröcke sind schnell genäht. Mir gefallen sie besonders gut aus etwas festeren Stoffen, die abstehen, da dann die Weite richtig zur Geltung kommt. Diesem Rock sieht man den Teller nicht wirklich an. 
Nun fehlt mir noch das richtige Oberteil zum Rock. Da ich seit Jahren Kleider trage, ist die Zahl der vorzeigbaren Oberteile in meinem Schrank recht gering. Ich bin aber noch unentschlossen, ob ich die einfach kaufe oder nach schönen Schnittmustern suchen soll. Das Nähen von T-Shirts wird aber vermutlich nie zu meinen großen Leidenschaften zählen, da ich das Nähen zum einen langweilig finde, schlimmer ist jedoch, dass ich mit dem Ergebnis selten zufrieden bin. Denn erstaunlicherweise ist das Nähen nicht einfach und ich habe großen Respekt, vor all diesen fleißigen T-Shirt-Näherinnen.

Beim Me Made Mittwoch begrüßt uns heute Gastbloggerin Carola/Nähkatze in einem sehr schönen Wickelkleid, das bei mir ein: "Ich brauche das unbedingt auch. UNBEDINGT!" Gefühl hervorruft.

Ich wünsche allen LeserInnen einen inspirierenden Me Made Mittwoch!

Freitag, 21. April 2017

Ein Experiment - Vogue 9075

Manchmal sieht man Sachen und will sie sofort haben, obwohl man skeptisch ist, ob man sie wirklich braucht. So ging es mir mit dem Jumpsuit nach dem Schnittmuster "Vogue 9075", den ich bei der _feschenlola_vs._muckypup_ bei Instagram zum ersten Mal sah.

Ein Jumpsuit mit weiten Beinen und Falten? Vor allem die Falten am Po ließen sich mich zweifeln, ob das der richtige Schnitt für mich ist. Dennoch musste ich ihn unbedingt testen und das ist das Ergebnis.


Ok, denke ich. Aber auch sehr ungewohnt. Ich habe noch nie so weite Hosen getragen und auch Oliv gehörte bisher nicht zu meinen Farben.

Neben dem Jumpsuit enthält das Schnittmuster auch die Schnittteile für einen Rock. Da ich das Oberteil für mich aber nicht ideal finde, werde ich das Kleid wohl nie nähen.


Um eine Vorstellung von der Weite der Hosenbeine zu erhalten habe ich die Schnittteile auf dem Stoff fotografiert. Sie nehmen tatsächlich die gesamte (halbe) Stoffbreite ein.


Beim Abstecken der Falten und Nähen der Hose hat man deswegen verdammt große Stoffmassen vor sich liegen.


Und manchmal sehen die Hosenbeine dann wie ein Rock aus.


Im Alltag muss sich der Jumpsuit noch bewähren. Bisher habe ich ihn nur zuhause getragen und mich nicht wirklich getraut, ihn auch außerhalb der eigenen vier Wände zu tragen. Allerdings konnte ich dabei feststellen, dass er sehr bequem ist und ich mich in ihm wohl fühle.


Häufig helfen mir die Fotos für den Blog, zu beurteilen, ob mir ein Kleidungsstück gefällt und ob es sitzt. In meinem Spiegel gefällt mir nämlich fast alles, weil er eine wunderbare Figur zaubert. Er stammt aus irgendeinem Geschäft und wurde von meinem Vermieter aufgehängt. Die Kunden im Laden wird er erfreut haben.


Von hinten gefällt er mir auch.

Der Jumpsuit ist einfach und schnell zu nähen. Die Taille habe ich ein ganz klein wenig schmaler genäht und das Oberteil um vier Zentimeter verlängert (mache ich meistens). Letzteres war diesmal besonders wichtig, da die Taillennaht erst jetzt in der Taille sitzt und ich die zusätzlich Länge unbedingt brauche damit die Hose nicht an unpassenden Stellen kneift.

Da es sich bei diesem Modell um eine Testversion handelt wollte ich den Jumpsuit mit Belegen und ungefüttert nähen, um Zeit zu sparen. Leider sieht das Schnittmuster hier aber ein Futter vor und eben keine Belege. Da ich keine Lust hatte, Belege zu konstruieren, ist nun auch dieses Modell, wie die meisten meiner Kleider, gefüttert. Grundsätzlich gefällt mir das besser aber hier wollte ich bewusst eine Ausnahme mache.

Möglicherweise ist das doppelte Oberteil bei einigen Stoffen wichtig, um das Gewicht der Hose tragen zu können. Oder ist das Unsinn?

 
Ich habe den Jumpsuit in einem Webstoff aus einem Woll-Poly-Gemisch genäht, der schwer aber fließend fällt und von HüCo in Berlin stammt - wenn ich mich richtig erinnere.

Allen LeserInnen wünsche ich ein schönes Wochenende!

Mittwoch, 19. April 2017

La Maison Victor: Lora in red!

Es hat lange gedauert bis ich ein Kleid nach einem Schnittmuster aus der La Maison Victor genäht habe und das obwohl mich die Zeitschrift sehr anspricht. Denn im Vergleich zu allen anderen Nähzeitschriften hat sie ein sehr ansprechendes, modernes Layout und auch die Kleidung wird sehr schön in Szene gesetzt. Erstaunlich also, dass ich die Zeitschrift bereits vor über zwei Jahren zum ersten Mal wahrnahm und es dann doch sehr lange gedauert hat bis ich ein erstes Kleid nähte. 


Natürlich gibt es zahlreiche Schnitte, die ich gerne ausprobieren möchte, entschieden habe ich mich aber für den Schnitt "Lora" (La Maison Victor 09/10 2015), da ich auf vielen Blogs bereits sehr ansprechende Nähbeispiele gesehen habe. Und auch bei mir entwickelt sich der Schnitt zum absoluten Liebling.

Dies ist bereits die zweite Lora und ganz bestimmt nicht die letzte, da das Kleid total unkompliziert zu tragen ist, zu jeder Gelegenheit passt und immer gut aussieht. Alles Gründe, den Schnitt erneut zu verwenden.


Außerdem muss sich die Mühe, die ich beim Abpausen des Schnittmusters hatte, noch ein wenig auszahlen, denn obwohl Claudia, die mir die Zeitschrift an unserem Teamwochenende im März geschenkt hat - DANKE!, die Linien auf dem Schnittmusterbogen bereits mit einem Kugelschreiber nachgezogen hatte, bin ich doch das ein oder andere Mal vom Weg abgekommen. Ist die Zeitschrift sehr klar und übersichtlich gestaltet, könnten die Herausgeber am Layout der Schnittmusterbögen durchaus noch etwas arbeiten.


Das Chaos - auf jedem Bogen befinden sich nur zwei Schnitte!! - führte dazu, dass ich bei meinem ersten Kleid nach Lora im rückwärtigen Rock keine Abnäher genäht habe, weil ich diese auf dem Bogen schlichtweg übersehen hatte. Das ist mir aber erst aufgefallen als das Kleid fertig war, so dass ich es nicht mehr geändert habe. Bei diesem habe ich aber daran gedacht, so dass der Rock mehr am Körper anliegt.


Gut gefallen mir die Anleitungen in der La Maison Victor nach denen mit Sicherheit jede/r sein erstes Kleidungsstück nähen kann. Die Anweisungen sind mit aussagekräftigen Bildern veranschaulicht und jeder einzelne Schritt im Nähprozess erklärt. Das gefällt mir, obwohl ich mittlerweile tatsächlich kaum noch Anleitungen lese. Zu Beginn meiner Nähbegeisterung hätte ich mir diese aber sehr gewünscht. Die Anleitungen der Burda hätten damals für mich auch in chinesisch geschrieben sein können, ich hätte nicht weniger verstanden. Im Übrigen geht es mir heute bei Burda manchmal noch so. Ohne Grundkenntnisse in der Fachsprache der Schneiderinnen ist man bei Burda verloren.


Bei der Wahl der richtigen Größe habe ich mich an die Angaben in der LMV gehalten. Für dies Kleid stimmen sie. Das Oberteil hatte ich verlängert, im Rücken ggf um einen Zentimeter zu viel.

Beim Me Made Mittwoch begrüßt uns heute Claudia in einem unglaublichen Leo-Kleid nach "Tuuli" von Named Clothing. Erstaunlich, dass so ein mädchenhafter Schnitt auch in Leooptik funktioniert.

Letzte Woche war ich im Style Outlet in Roppenheim bei Diffusione tessile, die Max Mara Stoffe verkaufen. Nachdem ich Claudias Kleid gesehen habe, sollte ich dort ggf nochmal vorbeifahren. Es gab einen pinken Leostoff, der für Lora sicherlich geeignet wäre. Für Tuuli reicht die dort angebotene Stoffmenge nicht, weil der Stoff nur als Coupon von 1,60m x 1,40m (ca 16 Euro) abgegeben wird und die Coupons in der Regel nur ein Mal vorhanden sind. Für Lora sollte das aber reichen.

Wer auf dem Weg Richtung Süden an Baden-Baden vorbeifährt (oder in der Nähe wohnt), sollte seine Familie oder Mitreisenden überzeugen, einen kleinen Abstecher zu machen. Fünf Minuten von der Autobahnabfahrt Baden-Baden entfernt, auf der französischen Seite des Rheins findet man das Style Outlet mit u. a. Diffusione Tessile, die neben Kleidung von Max Mara auch deren Stoffe und Futterstoffe verkaufen. Ich habe das Glück, das Outlet in gut zwanzig Minuten erreichen zu können. Über die etwas merkwürdig anmutende Architektur dieser Einrichtung und die allgegenwärtigen Beschallung mit Musik (bereits auf dem Parkplatz!) musste ich allerdings hinwegsehen.

links drei Futterstoffe, vier Viskoseprintstoffe und der mittlere Blümchenstoff: 100% Polyester

Ich freue mich auf einen inspirierenden Me Made Made Mittwoch! Nina

Donnerstag, 13. April 2017

(EX-)MMM-Team-Kleid

Das Kleid ist ein (EX-)MMM-Team-Kleid, da es ohne ehemalige und aktuelle Teammitglieder nie entstanden wäre. Denn den Stoff hat mir Monika aus Bielefeld mítgebracht als sie Anfang Januar ein Wochenende in meiner Geburtsstadt bei der AnNäherung verbrachte, während ich versuchte, einen sehr hartnäckigen Virus im Bett zu bekämpfen und deswegen leider absagen musste.

Genäht habe ich das Kleid an unserem MMM-Team Wochenende bei Claudia und ohne die Hilfe von Wiebke, wäre dieser wunderschöne Stoff in der Tonne gelandet. Allen Dreien sende ich deswegen ein herzliches: DANKESCHÖN!


Doch bis das Kleid fertig war, war es ein langer Weg. 

Für den bunt gemusterten Stoff suchte ich ein Schnittmuster mit möglichst wenigen Abnähern oder sonstigem Schnickschnack, da das Muster des Stoffes jedes Detail verschluckt. Außerdem wünschte ich mir einen in Falten gelegten Rock, da ich gerade drei Tuulis genäht hatte, bei denen mir der Rock sehr gut gefällt. In meiner kleinen Schnittmustersammlung fand ich New Look 6143, das meinen Vorstellungen entsprach.


Obwohl ich zum ersten Mal ein Schnittmuster von New Look verwendete, schnitt ich beherzt in den Stoff, ohne ein Probemodell zu nähen, da ich mit den üblichen Schnittmusterfirmen - u. a. Simplicity zu dem Unternehmen gehört auch New Look -  bisher keine Probleme hatte. Anders bei diesem. Das Kleid war viel zu groß. Und ich an unserem Team-Wochenende an einem Abend deswegen extrem genervt. Denn eigentlich erwartete ich ein schönes und unterhaltsames MMM-Team-Wochenende, an dem ich ein simples Kleid nähe und mich während des Nähens am Nähtisch fröhlich unterhalte (oder zuzuhöre). Stattdessen fluchte ich vor mich hin.

die Farben entsprechen hier eher dem Kleid als auf den meisten anderen Bildern

Und zwar schon bevor ich feststellen musste, dass das Kleid zu groß wird. Denn der Crepe-Stoff dehnte sich in alle möglichen Richtungen, verlor seine Form und flutschte mir zwischen den Fingern und der Nähmaschine weg. Er erforderte also meine ganze Aufmerksamkeit.



Die erste Anprobe zeigte, dass ich an den Seiten des Kleides jeweils vier (!!)cm herausnehmen muss und zwischen dem unteren Armausschnitt und der Schulternaht mindestens drei cm zu viel sind. Ohne Wiebke, die beherzt absteckte und die aufmunternden Worte der anderen Teammitglieder hätte ich aufgeben und das Kleid entsorgt. Kurz vor 23 Uhr sah das Kleid dann so aus und ich konnte wieder lächeln.


Zuhause habe ich das Kleid fertig genäht.



Das Kleid hat immer noch keine große Ähnlichkeit mit den Bildern auf dem Schnittmusterumschlag. Das Oberteil fällt immer noch leicht blusig und ist nicht körpernah, wie es das Schnittmuster zeigt. 


Die Ärmel sehen auf dem Umschlag hauteng aus, meine fallen im Vergleich dazu weit und locker über die Arme. 
Leider verschwinden auch die Falten des Rockes im Muster des Stoffes. Das ist nun aber ausnahmsweise kein Fehler des Schnittmusters.


Ich hoffe, dass ich das Kleid diesen Sommer häufig tragen werde damit sich die Verzweiflung, der Ärger und die Geduld, die ich für das Kleid aufgebracht habe, gelohnt haben.
Monika danke ich für den sehr schöne Stoff und Wiebke für die Hilfe beim Anpassen.


Mir gefällt das Kleid sehr. Allerdings trage ich im Alltag selten gemusterte Kleidung. Ich bin gespannt, ob sich das diesen Sommer ändert. Ich habe aktuell einige Stoffe gekauft, die noch unvernäht sind, aber ebenfalls ein auffälliges Muster besitzen.

Um New Look werde ich in Zukunft aber einen weiten Bogen machen. Zumal ich das Oberteil eines weiteren New Look Schnittmusters zugeschnitten und die gleiche Erfahrung gemacht habe, obwohl sich der Stoff kaum gedehnt hat. Das Oberteil war erheblich zu groß, obwohl ich bereits eine Nummer kleiner als vorgegeben zugeschnitten hatte. Hat eine Leserin Erfahrung mit diesen Schnitten? Ich habe noch zwei oder drei weitere Schnitte von New Look, werde diese aber nach meinen Erfahrungen in Zukunft ignorieren.


Allen LeserInnen wünsche ich frohe Oster- und Feiertage!
Viele Grüße, Nina

Mittwoch, 12. April 2017

Flint - mein erstes Schnittmuster von Megan Nielsen ist eine HOSE!

Zur Zeit habe ich ganz große Lust auf Hosen. Leider hat mein Kleiderschrank dazu nicht allzu viel zu bieten. Da meine ersten Hosennähversuche nicht mit besonderem Erfolg verbunden waren, habe ich mittlerweile recht großen Respekt vor diesem Thema. Dieser hält mich jedoch nicht davon ab, neues auszuprobieren.

Seit einigen Wochen (oder sind es erst Tage?) gibt es ein neues Schnittmuster von Megan Nielsen, das mir neben all den anderen weiten Hosen oder Coulotte/Hosenröcken besonders auffiel. Es handelt sich um die Hose "Flint", die nur mit einem Band oder zwei Knöpfen geschlossen wird. Da mir außergewöhnliche Hosenkonstruktionen schon immer gefielen, musste ich den Schnitt ausprobieren.


Und ich muss sagen, dass mich das Ergebnis begeistert. Auf den Bildern trage ich die Hose mit einem Oberteil von How to do fashion, dessen Schnittmuster es als gratis Download auf der Homepage von Nana gibt. Dazu unten mehr.


Flint ist eine Hose, die sich mit zwei Knöpfen oder einem kleinem Band an der Seite schließen lässt, mit weiten Hosenbeinen, die deutlich über den Knöcheln enden und Seitentaschen. Flint lässt sich auch als kurze Sommerhose nähen. Würde ich kurze Hosen tragen, wäre diese in diesem Sommer mein absoluter Favorit, da sie sehr einfach zu nähen, angenehm zu tragen und sehr luftig ist.

Quelle: MN2210-FLINT-PDF-instructions-USletter.pdf

Geschlossen wird die Hose an der Seite. Der hintere, linke Taschenbeutel wird nicht an den Bund genäht und die Tasche selber ist nur bis etwa zur Hälfte zusammengenäht, so dass man die Hose öffnen kann und sie locker über die Hüfte bekommt.


Beim Sitzen klafft nichts auf und auch sonst fühlt man sich trotz des recht offenen Verschlusses sehr angezogen. Ich habe hier ein Bild aus der Anleitung eingefügt, um die Konstruktion zu veranschaulichen (grau ist die rechte Seite des Stoffes/der Hose).

sinnvoller wäre es, die Bilder umzudrehen...
 Quelle: MN2210-FLINT-PDF-instructions-USletter.pdf

Weniger gefällt mir, dass der Taschenbeutel innen nur versäubert wird. Wenn man eine Overlock besitzt, ist das sicherlich recht haltbar, wenn auch nicht schön. Ohne Overlock franst der Stoff an der Stelle mit Sicherheit irgendwann aus.

Bei dem Bund handelt es sich um einen einfachen Streifen, der an den schmalen Seiten rechts auf rechts zusammengenäht und anschließend gewendet wird, so dass er in Längsrichtung in der Mitte gefaltet ist und innen als Beleg erscheint.


Leider führt diese sehr einfache Konstruktion dazu, dass der Bund bei mir im oberen Bereich absteht, da ich eine deutliche Taille und damit eine ausgeprägte Kurve an der Stelle des Körpers habe, die der gerade Bund nicht nachzeichnen kann.

Ein Formbund wäre für mich hier sehr viel sinnvoller. Leider habe ich eine zweite Hose zugeschnitten bevor mir das auffiel. Ausreichend Stoff für einen weiteren Bund habe ich nicht mehr. Diese (notwendige) Änderung kann ich erst bei einer dritten Hose berücksichtigen.


Im Spiegel gefiel mir meine rückwärtige Hose gut. Nach den Bildern frage ich mich allerdings, ob ich hier nicht noch mehr anpassen müsste oder ob die Falten an meinen Bewegungen liegen.

Die Hose scheint sich nach vorne zu ziehen. Allerdings spüre ich das nicht. Also doch nur das Bild?


Oder meine Körperhaltung? Würde ich mehr im Hohlkreuz stehen, wäre vermutlich alles perfekt. Nach den Fotos habe ich mich erneut vor den Spiegel gestellt und an diversen Stellen ein wenig Stoff "weggekniffen". Wenn ich ca 1cm oberhalb des Pos entferne, sitzt sie perfekt - vermute ich. Bei Hose drei sollte ich also die rückwärtige Hose ein wenig kürzen.

Ich habe die Hose in Größe S genäht (meine Maße zum Vergleich: Waist/Taille 70cm, Hip/Hüfte 100cm). 

Quelle: MN2210-FLINT-PDF-instructions-USletter.pdf
Es mag am Stoff liegen, an meinem persönlichen Körpergefühl - ich mag enge Kleidung - aber ich habe den Eindruck, dass die Hose etwas kleiner sein könnte. Beim Vergleich mit den fertigen Maßen wäre Größe XS an der Hüfte aber zu eng. Meine zweite bereits zugeschnittene Hose ist 100% Polyester. Der Stoff dehnt sich nicht wirklich. Trotzdem überlege ich, sie ggf. etwas enger zu nähen.
Egal. Mir gefällt die Hose. Da ich mit dem Oberteil den Eindruck von einem Overall/Jumpsuit erwecken möchte, habe ich einen Gürtel aus dem selben Stoff zugeschnitten. Wenn ich Oberteil und Hose zusammen trage, dann vermutlich so:



Die Schnittteile der vorderen und rückwärtigen Hose sind so breit, dass sie nur untereinander auf den Stoff passen. An den Seiten bleibt dabei leider recht viel Stoff übrig. Den habe ich verwendet, um ein Oberteil nach dem Schnitt Nr. 00 Danmark von How to do fashion zuzuschneiden.

Quelle: NO.00+DANMARK_FREE_28.2.pdf

N0. 00 Danmark (ob Nana weiß, dass 00 in Deutschland eine weitere Bedeutung hat?....) gibt es kostenlos zum Download, wenn man den Newsletter von How to do fashion abonniert. Nana hat zu dem Schnitt eine ganze Reihe interessanter Ergänzungen veröffentlicht. So zeigt sie zum Beispiel, wie man den U-Bootausschnitt zu einem Wasserfallkragen erweitert, weite Flügelärmelchen ergänzt oder das Oberteil zum Kleid verlängert. Wenn man möchte, kann man sich also den ganze Sommer mit diesem Schnittmuster in immer anderen Variationen vergnügen. Ich bin mir nicht sicher, ob man die detaillierten Anleitungen nur sehen kann, wenn man den Newsletter erhält oder ob sie für alle zugänglich sind. Ich finde Nanas Homepage etwas unübersichtlich und muss immer erst eine ganze Weile suchen bis ich gefunden habe, was ich suchte.

vorne

Das Top ist einfach zu nähen. Ärmel und Ausschnitt sind mit Belegen verstürzt, die ich nach dem Anziehen immer erstmal nach innen wenden muss.
Da das Oberteil recht körpernah geschnitten ist, wäre ein Reißverschluss - oder Zuschnitt im schrägen Verlauf - in der Seite von Vorteil. Ich hatte kurz über diesen nachgedacht. Da eine erste Anprobe aber problemlos war - ich hatte die Abnäher im Rücken übersehen und dementsprechend noch nicht gesteppt - entschied ich mich dagegen. Mit den Abnähern im Rücken muss ich mich nun ganz schön winden, bis ich das Oberteil angezogen habe. Das Ausziehen ist nicht gerade einfacher. Aber es geht.
Ich werde ein zweites nähen und den Ausschnitt vorne etwas tiefer setzen.

hinten
Als ich vor einem Jahr das erste Mal von How to do fashion hörte und auch das erste Kleid nach einem ihrer Schnittmuster (Arhus Nr. 5) nähte, waren die Schnittmuster teuer (ich habe auch noch weitere verwendet) und nur direkt bei Nana aus Dänemark zu beziehen. Mittlerweile bietet sie einige ihrer Schnittmuster zum Download für etwa 12 Euro an.

Mir gefällt die Kombination der beiden Schnittmuster so gut, dass bestimmt noch weitere folgen werden. Allein die zunehmende Langeweile beim mehrfachen Nähen nach dem selben Schnittmuster kann mich davon abhalten.

Noch ein Bild auf dem man die Weite der Hosenbeine erahnen kann:


Der Stoff stammt von Hüco in Berlin. Ich habe ihn im letzten Mai mit einigen meiner liebsten Bloggerinnen gekauft. Hier berichte ich von unserem phantastischen Wochenende. Der Stoff ist ein recht dünnes Woll-/Polygemisch, das locker und leicht fällt und ich für den Schnitt sehr passend finde. Leider knistert der Stoff auch ein wenig und bleibt (bei schlechter Laune) an der Unterwäsche hängen. Ich habe die Hose aber auch schon aus Jeans gesehen.

Schnittmuster: Flint Pants von Megan Nielsen, als download pattern für 12,70€.
Kritik: Der Bund ist nicht für kurvige Frauen geeignet und der linke Taschenbeutel wird einfach nur versäubert.
Stoffverbrauch: ca 2,40m
Einfach zu nähen!

Schnittmuster: Nr. 00 von How to do fashion, kostenloses download pattern
Kritik: ohne Reißverschluss hat man einige Mühe beim Anziehen
Stoffverbrauch: vermutlich knapp 1m

Abgesehen von der Kritik kann ich beide Schnittmuster empfehlen. Nähen und Ergebnis sind ein großes Vergnügen.

Beim Me Made Mittwoch begrüßt uns heute Dodo in sommerlich, frischen Farben, der es wie mir zu gehen scheint: kaum klettern die Temperaturen über 15 Grad Celsius und die Sonne zeigt sich, sehne ich mich nach Farben und suche meine Sommerkleider im Schrank.