Freitag, 26. Mai 2017

Mode im ... Juni 1952



Für den "strahlendsten aller Sommermonate" zeigte burda Moden 1952 zwei Kleider in weiß. "Damit wollen wir ihnen gleich beweisen, daß nicht nur junge Mädchen, sondern auch reife Frauen diese Farbe wählen können - die Machart, und vor allem das farbige Beiwerk (Gürtel, Handschuhe, etc.) sind allein ausschlaggebend und müssen sehr individuell auf jede Trägerin abgestimmt sein." (burda Moden, 06/1952, S. 3).
Mir ist bisher nicht aufgefallen, dass Weiß älteren Frauen nicht stehen sollte...



Die Schnitte waren vor 55 Jahren erheblich aufwändiger und einfallsreicher.






Allen LeserInnen wünsche ich ein schönes Wochenende! Nina

Mittwoch, 24. Mai 2017

Eve - Sew Over It

Dieser Me Made Mittwoch war von mir ganz anders geplant. Denn gestern trug ich einen Rock, den ich heute gerne gezeigt hätte, da er zu dem sonnigen, warmen Wetter passt und mir gute Laune macht. Da ich den Post aber leider gestern unbeabsichtigt veröffentlicht habe, zeige ich nun ein Kleid, von dem ich noch nicht so richtig überzeugt bin. Ich werde es heute tragen und ggf am Ende des Tages hier etwas ergänzen.


Das Kleid ist nach dem neuen Schnittmuster "Eve" von Sew Over It genäht. Das Wickelkleid gibt es mit dreiviertel Ärmeln, so wie ich es genäht habe oder mit weiten Flügelärmeln, die mir eigentlich besonders gut gefallen, die ich hier aber nicht verwendet habe, da das Kleid bereits vor einigen Wochen entstanden ist als es draußen noch kalt war und ich alleine bei dem Gedanken an flattrige Viskose mit kurzen Ärmeln eine Gänsehaut bekam.


Es gibt eine Version, dessen Rock hinten etwas länger ist oder eine mit geradem Saum.
Das Kleid besitzt eine kleine Schulterpasse, an die die Vorderteile eingekräuselt werden. Ob das die Fachbegriffe für diese Schnittteile sind? Auf dem Foto sieht man hoffentlich was ich meine:


Auf den Bildern gefällt mir das Kleid. Alleine der klaffende Ausschnitt, den ich bereits mit einem kleinen Druckknopf gesichert habe, bereitet mir ein wenig Sorge.


Bis das Kleid so aussah, war es jedoch ein langer Weg. Denn ich vergaß den Halsausschnitt zu stabilisieren und auch die Ausschnittkanten vorne erhielten keinerlei Stabilisierung. In der Anleitung heißt es dazu: "To prevent the neckline from stretching out of shape, it’s important at this stage to stay the neckline. Refer to the chart at the front of the booklet to cut your stay tape to length, and mark each section of the neckline onto the tape with fabric marker.".
Ich sah mir nur die Bilder an, dachte an Schrägband und verstürzte damit den Ausschnitt. Bei der ersten Anprobe saß das Kleid nicht und ich war ein wenig frustriert. Nach einer Nacht kam ich auf die Idee, das fertige Kleid mit den Schnittteilmaßen zu vergleichen und musste feststellen, dass die vorderen Kanten fünf Zentimeter und der hintere Ausschnitt des Kleides drei Zentimeter breiter waren. Es war also nicht verwunderlich, dass das Kleid über die Schultern rutschte.


Da ich keine Lust hatte, das Schrägband von der dünnen Viskose zu lösen, nähte ich eine kleine Falte in den Halsausschnitt. Auf dem Foto oben kann man sie erkennen. Die Vorderteile schnitt ich einfach ab. Sicher nicht die beste dafür aber die schnellste Lösung.


Das Rückenteil ist weit und luftig geschnitten und dadurch bei heißen Temperaturen sehr angenehm zu tragen.


Die vorgegebene Länge gefiel mir leider überhaupt nicht, so dass ich das Kleid um ca 10 Zentimeter gekürzt und ein zweites Mal gesäumt habe.

Das Nähen war relativ einfach und unproblematisch. Da das Kleid weder einen Knopf noch einen Reißverschluss besitzt, ist es nach wenigen Stunden fertig. Alleine der flutschige Stoff nimmt ein wenig die Freude beim Nähen. Sew Over It empfiehlt für dieses Kleid leichten Viskose-, Crepe- oder Georgettestoff. Ich kann mir auch nicht wirklich vorstellen, dass der Schnitt mit steifer Baumwolle funktioniert. Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

Beim Me Made Mittwoch begrüßt uns heute die "Fesche Lola" als Gastbloggerin im Tea Dress von Sew House Seven, das mir auch bereits aufgefallen ist, so dass ich mich sehr freue, dass sie es heute vorstellt. Und ich mag ihre BILDER! Sie zaubern sehr häufig ein Grinsen auf mein Gesicht und lassen meine Laune steigen.

Nachtrag
An der Puppe ist mir gestern aufgefallen, dass die beiden Teile des Druckknopfes nicht auf einer Höhe angenäht waren. Ich habe den unteren um fast 1,5cm nach unten versetzt und siehe da: es klafft erheblich weniger!


Jetzt will ich ein zweites und weiß auch schon aus welchem Stoff. Frau Dreikah zeigt ihn heute als Anna Dress. Ich hoffe, er reicht!

Heute morgen trug ich das Kleid so. Und habe mich sehr wohl gefühlt.

Dienstag, 23. Mai 2017

Im Sommer: Waxprint!

Diesen Rock habe ich bereits im Herbst genäht aber leider nie getragen, weil die Temperaturen es nicht mehr zuließen. Waxprintstoffe sind aus Baumwolle und halten nicht warm, dieser Rock steht zudem so weit ab, dass er nur bei sommerlichen Temperaturen angenehm zu tragen ist. So wie heute.


Für den Rock habe ich das Schnittmuster "Eleonora" aus der Sommerkollektion "Royals" (2016) von Named Clothing" verwendet. Eigentlich endet der Rock eine handbreit über dem Knie. Ich habe ihn relativ problemlos verlängert.


Weil das Muster des Stoffes sehr großflächig ist, habe ich zudem den Reißverschluss in die Seite verlegt. Ein Bruch im Muster finde ich an dieser Stelle nicht so störend wie an der Rückseite.


Den Bund habe ich zusätzlich mit einer Paspel abgesetzt.


Wenn der Verschluss hinten sitzt, sieht Named Clothing zwei Knöpfe zum Verschließen vor, diese habe ich an der Seite ergänzt.


Den Stoff habe ich letztes Jahr in London gekauft. Die sehr farbenfrohen Waxprint-Stoffe begeistern mich immer wieder. Im Juli werde ich mit einigen meiner liebsten Bloggerinnen nach Paris fahren und dort sicherlich noch den ein oder anderen Stoff kaufen. Am Samstag konnte ich trotzdem nicht widerstehen als Frau Dreikah Bilder von Stoffen per whats app schickte. Zwei hat sie für mich gekauft. DANKE! Bei ihr gibt es zudem eine kleine Waxprint-Link-Party, die aber mittlerweile geschlossen ist. Trotzdem kann man immer noch sehen, wie sich diese Stoffe in tragbare Kleidung umsetzen lassen.


So, der Post war für morgen geplant und ich habe ihn gerade aus Versehen veröffentlicht, obwohl das Datum von morgen eingestellt war. Irgendetwas ist da schief gelaufen. Nun habe ich den letzten Absatz raus genommen, denn der verwies auf den Me Made Mittwoch. Leider taucht so ein Post immer gleich in irgendwelchen Blogrolls und Feed Readern auf, so dass ich hier ein wenig Schadensbegrenzung versuche.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Me Made Mittwoch am 10.05.2017

Dieser Post ist zunächst auf dem Me Made Mittwoch Blog veröffentlicht worden und  erscheint hier nur, weil mir mein Blog auch als Nähtagebuch dient, das möglichst vollständig sein soll.

Gute Morgen und herzlich willkommen zum Me Made Mittwoch am 10. Mai 2017!

Ich bin Nina, blogge unter "Kleidermanie" und darf euch heute hier zur Teilnahme am MMM einladen. Da der MMM ohne euch nicht funktionieren würde, möchte ich mich zunächst bei allen regelmäßig Teilnehmenden und aber unbedingt auch bei den selteneren Gästen bedanken. Ihr macht den MMM zu etwas ganz besonderem in dem ihr eure genähte Kleidung tragt, auf dem jeweiligen Blog vorstellt und eure Erfahrungen mit Schnittmustern, Stoffen und andere Näherlebnisse mit uns teilt. Der Mittwoch ist für mich deswegen immer eine große Bereicherung auch wenn ich nur in wenigen Fällen kommentiere.

Zwar gibt es mittlerweile auch andere Orte an denen man sich im Netz treffen kann, informativ finde ich aber in der Regel eure Blogposts. Schöne Bilder bei Instagram dienen mir zur Anregung. Anschließend suche ich in euren Blogs nach Erfahrungen mit dem jeweiligen Schnittmuster. Danke, dass ihr euch so viel Mühe gebt!

Ich trage heute ein Kleid nach dem Schnitt "Robe/Dress Vogue" von Louis Antoinette. Auf den Schnitt bin ich tatsächlich bei Instagram aufmerksam geworden. Informationen zum Nähen habe ich anschließend nahezu ausschließlich auf französischen Blogs gefunden. Ein Grund, den Schnitt hier vorzustellen.


Louis Antoinette ist ein kleines französisches Label, das neben den Schnittmustern auch Kids incl. Stoff für den jeweiligen Schnitt verkauft. Zudem fertigen sie ihre Schnitte auch auf Maß an. Die Homepage kann man in französisch oder englisch lesen.

Ich kann nicht, ich nähe!
Robe/Dress Vogue ist mir wegen der ungewöhnlichen Schnittführung aufgefallen. Das Kleid sollte oberhalb des Knies enden, die Seitenteile sind eingesetzt und die Taschen mit drei kleinen Falten abgesetzt. Es soll weit und luftig sitzen. Obwohl es damit von meiner Komfortzone weit entfernt ist, habe ich mir das Schnittmuster immer wieder angesehen und nach Designbeispielen im Netz (1, 2, 3, 4, 5, 6) gesucht.


Und musste den Schnitt dann in Frankreich bestellen. Eine Bezugsadresse in Deutschland habe ich leider nicht gefunden. Etwas ärgerlich, da damit die Portokosten unnötig steigen. Geliefert wird der Schnitt in einem Pappumschlag, auf einem großen, festen Papierbogen und mit einer Anleitung in Französisch und Englisch.


Obwohl man bei den Beispielen im Netz den Eindruck erhält, dass das Nähen der Taschen nicht ganz einfach ist oder die Schnittteile möglicherweise nicht zusammen passen, sind Anleitung und Schnitt perfekt. Beim Kopieren des Schnittes hat man keine Probleme, da die Größen farblich unterschieden werden.

Und auch die Passzeichen sind sehr hilfreich. Bei dem Schnittteil für die Tasche war ich zunächst über die ganzen Zeichen verwundert. Beim Nähen stellte ich jedoch fest, dass sie perfekt zu den Falten passen und damit große Sicherheit vermitteln, dass man das Richtige tut.


Das Kleid habe ich (ungefüttert) an einem Sonntagvormittag genäht. Da ich dafür einen dehnbaren Crepestoff verwendet habe, habe ich auf den rückwärtigen unsichtbaren Reißverschluss verzichtet. Ich ziehe es einfach über den Kopf.
 

Genäht habe ich das Kleid in Größe 38. Mit meinen Maßen - zum Vergleich: Poitrine 90cm, Taille 70cm und Hanches 100 - liege ich im oberen Bereich der Größe 38. Trotzdem finde ich, dass das Kleid an der Taille und Hüfte enger sitzen könnte. Aber das ist Geschmackssache. Laut Größentabelle müsste es an der Hüfte aber sogar zu eng sein. Nun denn...


Den Brustpunkt habe ich ca 3 Zentimeter nach unten verlegt (mache ich immer!) und den Saum um 8 Zentimeter verlängert. Ansonsten habe ich - von vorne betrachtet - keine Änderungen vorgenommen und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Obwohl das Kleid, wie oben bereits erwähnt, außerhalb meiner Komfortzone mit engem Oberteil und weitem Rock liegt, gefällt es mir ausgesprochen gut und ich hätte am liebsten sofort ein zweites nach dem Schnitt genäht.


Leider fand sich kein passender Stoff. Das Kleid lässt sich so gut wie aus jedem Stoff nähen (Webstoff ist vorgesehen). Ich finde aber einen fließend und schwerfallenden Stoff vorteilhaft. Ein solcher fand sich leider nicht in meinem kleinen Lager. Man benötigt für das Kleid ca 140cm x 170cm in meiner Größe. Mit etwas puzzlen kommt man ggf mit weniger aus.

Hinten habe ich die vorgesehenen Abnäher vertieft indem ich einen guten Zentimeter parallel zur eigentlichen Naht ca zwei Zentimeter abgesteppt habe. Vielleicht etwas ungewöhnlich. Aber ich denke, mir gefällts.


Das Kleid lässt sich sicherlich das ganze Jahr über tragen. Heute und hier zeige ich es in der Frühlingskombination.


Jetzt freue ich mich auf einen interessanten Me Made Mittwoch!

Herzliche Grüße, Nina

Sonntag, 7. Mai 2017

Ahoy!

Bei artundstil wurde ich auf einen Rock aus der "Ahoy" Kollektion von Lena Hoschek aufmerksam. Dabei handelt es sich um einen weit schwingenden Rock mit kleinen goldenen Ankern auf blauem Grund, der mich begeisterte. Artundstil zeigt den Rock im Rahmen ihrer Planung für den ganzjährigen Sewalong "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank". Monika und Yvonne führen das ganze Jahr über abwechselnd durch diese Aktion.

Leider blieb meine Suche nach einem passenden Stoff ergebnislos. Gefunden habe ich dafür diesen Baumwollstoff mit Flaschenschiffen.


Neben dem Print weicht auch das Schnittmuster vom Original deutlich ab. Verwendet habe ich den Rock eines Vintage-Schnittmusters von Marian Martin 9055, nach dem ich ein Kleid genäht habe. Ergänzt habe ich einen Bund und blau-graue Paspel mit Punkten.


Den weiten Saum habe ich mit einem grauen Schrägband gesäumt und als Futterrock einen Burdaschnitt verwendet, den ich auch bei meinem Blumenrock genutzt habe, da man für diesen erheblich weniger Stoff benötigt als die Menge, die der Oberstoff benötigt (hier ca 2x die Rocklänge).


Da ich weiterhin einen Mangel an Oberteilen habe, kann ich den Rock zur Zeit nur mit unterschiedlichen Blusen tragen. Das gefällt mir aber ganz gut.


 Allen LeserInnen wünsche ich einen schönen Sonntag!