Mittwoch, 1. November 2017

Ruri Sweatpants von Named mit Änderungen

Das wird das Jahr der Hosen, ich sollte meinen Blog umbenennen. Denn heute stelle ich schon wieder ein Hosenschnittmuster vor, das mich - nach zwei Anpassungen und mit dem richtigen Stoff - sehr begeistert.


Welcher Schnitt hat es mir diesmal angetan? Die Ruri Sweatpants von Named. Auch dieses Schnittmuster hatte ich für meinen Segelurlaub Anfang Oktober verwendet, um eine bequeme Hose an Bord tragen zu können, denn Sweatpants müssen bequem sein und diese fand ich schick und besonders.


Named empfiehlt mittelschweren Sweatshirtstoff oder ähnliches mit Stretch. Da ich mit Hosen bis dahin wenig Erfahrung hatte, habe ich zunächst einen blauen Romanit aus meinem kleinen Lager verwendet. Die Hose war schnell genäht. Ein erster Blick in den Spiegel begeisterte mich, ließ mich allerdings auch an Skihosen aus den 60er Jahren denken. 

Ruri hat seitliche Taschen, ist schmal geschnitten und läuft konisch zu. Named sieht am Saum einen Druckknopf vor, der den Skihosen-Effekt für mich verstärkt. Diesen habe ich jedoch weggelassen. An der Rückseite des Hosenbundes wird ein Taillengummi eingezogen. Der Hosenschlitz hat keine Funktion und ist geschlossen.

Quelle: 104_01_Ruri_Instructions.pdf

Ich mag die Hose, werde sie aber vermutlich nur zuhause oder zum Sport tragen, da sie mir zu leger ist. Der Romanit pillt zudem bereits ein klein wenig.

Die Hose begeisterte mich jedoch so sehr, dass ich bei Maja Stoffe Stoff für eine weitere Hose kaufte, die mich auf die Azoren begleiten sollte. 

Ganz entspannt unter Motor in Ruri Sweatpants
Genäht habe ich sie am Samstag Vormittag, Mittags ging es dann mit der neuen Hose im Gepäck Richtung Flughafen. Sie ist also wirklich schnell genäht. Ich habe dazu fast ausschließlich meine Overlock verwendet.


Leider musste ich feststellen, dass der Stoff für die Hose nicht geeignet ist, da er zwar wunderbar weich ist aber leider seine Form verliert. Bereits nach wenigen Stunden hatte sich die Hose um mindestens zwei Größen geweitet und der Hosenboden hing fast an den Knien. Der vordere Bund, der kein Gummi enthält, weitete sich ebenfalls und stand zwei Zentimeter ab. Sehr ärgerlich, da der Stoff nicht gerade günstig war und mir sehr gut gefällt. Auch diese Hose wird deswegen vermutlich ausschließlich zuhause und zum Sport getragen werden. Neunzig Minuten Yoga oder sechzig Minuten Pilates schafft sie ;-)).

Die Hose macht jede Bewegung mit...
Ein weiteres Problem waren die Taschenbeutel, die sehr gerne nach außen krabbelten. Da ich ansonsten jedoch immer noch vom Schnitt begeistert war, musste eine dritte Hose - mit zwei Änderungen - her, die ich auch auf der Straße tragen möchte. In meinem Stoffdepot fand ich 1,40m eines festen Strickstoffes unbekannter Zusammensetzung, der vermutlich vom Marc Aurel Outlet stammt. Dieser hat für die Hose gerade gereicht.


Um nicht ständig die Taschen an den Ort ihrer Bestimmung zurückpfriemeln zu müssen, habe ich die Taschenbeutel bis zum Taillenband verlängert und an diesem festgenäht.


Oben links sieht man die Taschenbeutel, die zum Schnittmuster gehören. Ich habe diese auf das Schnittteil der vorderen Hose gelegt, den jeweiligen Umriss auf eine Folie übertragen und bis zur oberen Kanten verlängert. Unten rechts sieht man meine Taschenbeutel.

An der Hose sieht das dann so aus:


Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Die Taschenbeutel bleiben dort, wo sie hingehören: in der Hose.


Da ich auch mit der Gummilösung nicht zufrieden war, weil sich gerade bei der Hose aus dem dehnbaren Sweat der Bund nach zwei Stunden des Tragens nach außen wölbte, habe ich auch in den vorderen Bundteil ein Gummi eingezogen.


Dabei ist das Gummiband vorne nur ca zwei Zentimeter kürzer als der eigentliche Bund, da der von ihm ausgeübte Zug keine Falten im Bund hervorrufen soll. Es soll einfach nur verhindern, dass sich der Bund nicht ungehemmt weitet und die Hose am Bauch anliegt. Auch das funktioniert gut.



Im Gegensatz zur gemusterten Sweathose wirft diese am Popo kaum Falten.



Der Me Made Mittwoch steht heute unter dem Motto "Alltagskleidung". Diese Hose habe ich am Wochenende genäht und am Montag auf Tragbarkeit hin getestet. Ich hatte frei und bin deswegen am Vormittag beim Stoff zuschneiden und stecken unter anderem knieend auf dem Boden rumgerutscht, war einkaufen und bin Fahrrad gefahren. Die Hose hatte am Abend kaum Tragespuren und wird mich in den nächsten Wochen in meinem Alltag sicherlich häufig begleiten. Ob Sofa oder Arbeit, sie macht sich überall gut und ist extrem bequem.

Meine oben beschriebenen und unten zusammengefassten Änderungen werde ich bei einer möglichen vierten Hose auf jeden Fall beibehalten.

Gerne würde ich die Rumpfhöhe der Hose (will sagen: der Bund soll tiefer sitzen) um ca zwei Zentimeter verkürzen, da ich tiefer sitzende Hosen eigentlich lieber mag. Falls jemand eine Idee hat, wie ich das erreiche und trotzdem die Form der Taschen beibehalten kann, würde ich mich über eine Anleitung sehr freuen.


Änderungen:
  • Hose um ca drei Zentimeter verlängert
  • In der Taille Größe 36, an der hinteren Mitte zusätzlich ca einen Zentimeter entfernt, an der Hüfte Größe 38 und an den Waden Größe 42 + ein Zentimeter auf jeder Seite damit meine zarten Waden Platz finden; näehenistwiezaubernkönnen... Die Hose passt!
  • Druckknopf am Saum weggelassen
  • Taillengummi auch vorne eingezogen
  • Taschenbeutel zum Bund hin vergrößert und an ihm festgenäht
Ich bin gespannt, was ich heute beim ME MADE MITTWOCH entdecken kann.

Allen LeserInnen wünsche ich einen schönen Feiertag!

PS: Ich hoffe, dass man auf den Fotos etwas erkennen kann. Bei mir erscheinen sie auf verschiedenen Geräten sehr unterschiedlich. Auf meinem Laptop sieht man die Details sehr gut. Auf meinem Tablet eher nicht...

Freitag, 27. Oktober 2017

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Alexandria Peg Trousers addicted

Die "Alexandria Peg Trousers" von Named Clothing ist nach Vogue 1027 wieder so ein Schnittmuster, das ich jahrelang ignoriert habe und das nun plötzlich gleich in dreifacher Ausfertigung in meinem Kleiderschrank hängt und ich bin mir sicher, dass mindestens eine vierte Version entstehen wird. Denn seitdem die Hosen fertig sind, trage ich eine davon gleich mehrmals wöchentlich.

Wie es dazu kam?

Als ich mir vor gut vier Wochen Gedanken über meine Urlaubsgarderobe machte, fiel mir auf, dass mir definitiv Hosen fehlen. Ich hatte einen Segelurlaub gebucht. Es sollte innerhalb von zwei Wochen von den Azoren (Sao Miguel) nach Madeira gesegelt werden.

Da ich mir bezüglich des Wetters sehr unsicher war - Klimatabellen sagten nahezu täglich Regen und Sonne im Wechsel sowie Temperaturen knapp über 20 Grad voraus, dies wurde auch von meiner kleinen Wetterapp bestätigt - plante ich vom Bikini bis zur Skiunterwäsche (wir sollten mindestens drei Nächte auf offener See verbringen) alles einzupacken. 


Klar war, dass ich auch mindestens zwei, besser drei Hosen mitnehmen sollte. Ein Blick in den Kleiderschrank ergab, dass dort zwar noch einige wenige hängen, sie mir aber nicht mehr gefallen. Zudem wollte ich unbedingt bequeme Hosen, da man auf einem Segelboot entweder viel Zeit sitzend im Cockpit verbringt oder auch mal körperlich arbeiten muss. Als Frau habe ich hier aber das Glück, dass die körperlich anstrengenderen Handgriffe gerne von Männern übernommen werden und trotz meiner ausgeprägten Erwartung, gleichberechtigt behandelt zu werden, lasse ich den körperlich kräftigeren Männern da sehr gerne den Vortritt. Segel in tiefster Nacht auf dem Vorschiff zu wechseln gehört nicht zu meinen bevorzugten Tätigkeiten...

Ich wollte eine Hose, die bequem wie eine Jogginghose ist, aber nicht unbedingt wie eine solche aussieht. Dazu fiel mir die "Alexandria Peg Trouser" ein, die mich bisher zu sehr an einen Freizeitschlabberlook erinnerte, um sie zu nähen, zum Segeln schien sie perfekt zu sein.

Die Alexandria Peg Trouser besitzt ein breites Gummiband in der Taille, geschwungene Seiten- und aufgesetzte Taschen für hinten. Da kein Reißverschluss vorgesehen ist, muss ihr Bund mindestens so weit sein, dass er über die Hüften passt. Zu den Knöcheln läuft die Hose schmal zu.

 

Ich hatte sie bisher nur im Netz gesehen und immer wieder gehört, wie toll der Schnitt sein soll. Die Bilder gefielen mir meist, dennoch dachte ich immer: Das ist nichts für mich. Eine Hose mit Gummizug trage ich nur beim Sport. Oder wenn ich einmal richtig alt bin, denn die einzige Person, die ich kannte und Hosen mit Gummizug trug, war meine Oma.


Aber für einen Segelurlaub konnte ich sie mir sehr gut vorstellen. Da sie schnell genäht ist und mir der erste Versuch aus Polyesterwachsprint (mittlere Hose) überraschend gut gefiel, entstanden innerhalb kürzester Zeit gleich drei Hosen aus unterschiedlichen Stoffen.



Alle drei duften dann tatsächlich mit auf die Azoren reisen, wobei sich die Polyesterhose, die sich keinen Mikrometer dehnt, als nicht ganz so bequem wie erhofft herausstellte.

Die grüngemusterte Hose aus dünnem Viskosecrepp habe ich hingegen sehr gerne getragen.



Auf Santa Maria (Azoren) begleitete sie mich auf einem Inselausflug, bei dem wir unter anderem Christoph Kolumbus begegneten, der auf seiner Heimreise von Amerika Sao Miguel ansteuerte und möglicherweise auf dem selben Boden einer Kirche stand, auf dem auch ich oben stehe.

An der Alexandria Peg Trouser gefallen mir die Taschen besonders gut, da eine der beiden vorderen Falten im oberen Bereich über den Tascheneingriff gelegt wird. Das ist ein kleines, besonderes Detail. 


Und diese Hose aus schwer fallendem Viskosecrepp wird mir in diesem Herbst sicherlich noch viel Freude bereiten. Ich habe sie nicht nur auf der Hin- und Rückreise getragen, sondern - kaum war sie nach der Wäsche halbwegs trocken - bereits mehrmals auch zuhause bzw. zur Arbeit.


Sie ist super bequem. Ich werde auf jeden Fall noch eine aus einem ähnlichen schwarzen Stoff nähen. Mit diesem Material wirkt sie im Gegensatz zu den anderen beiden fast ein wenig edel. Den Stoff habe ich im Sommer bei einem Parisbesuch mit Nähfreundinnen bei Marché de Saint Pierre gekauft.

Beim Me Made Mittwoch begrüßt uns heute Katharina! Ich bin gespannt, was sie zeigen wird und freue mich auf alle anderen Beiträge.

Und nun einige Impressionen von meiner Segelreise.

Küste von Sao Miguel, Azoren


Landausflug auf Santa Maria, Azoren






Meer  - Ozean - Weite - Wasser - Wind - Welle zwischen Santa Maria und Madeira





Küste von Madeira




Sandstrand von Porto Santo




Und die Santa Maria, die mich mit Hilfe von Andreas (Andreas Kreutzer Segelreisen) sicher nach Madeira gebracht hat.
Andreas und der zufällig zusammengewürfelten Crew danke ich für die zwei unvergesslichen Wochen.


Mittwoch, 18. Oktober 2017

Chiara, warum muss ich nur immer an Prinzessin Leia denken?

Als Mitglied des Me Made Mittwoch Teams habe ich das Privileg, den aktuellen Post vor den allermeisten anderen zu lesen. Gestern Abend habe ich diese Möglichkeit genutzt, da ich neugierig war, was unsere heutigen Gastbloggerinnen Elke (grueneblume) und Elke (elkeundmatthias), zeigen werden. Obwohl ich bereits verdammt müde war, begeisterten mich die fröhlichen und positiven Bilder so sehr, dass ich mir vornahm, noch einen Post für den MMM zu schreiben. Danke für diesen Motivationsschub und den Gastbeitrag!!


Ich zeige hier heute "Chiara" von Wear Lemonade. Eigentlich handelt es sich dabei aufgrund der kurzen Ärmel um ein Sommerkleid. Da es aber erst seit wenige Wochen fertig ist und ich es nicht gleich mit allen anderen Sommerkleidern ganz oben im Schrank verstauen wollte, trage ich es zur Zeit mit einem langärmeligen T-Shirt.

Quelle: chiara_pour_eshop.de

Das Besondere des Kleides sind die in die Seiten eingesetzten Keile, die zu diesen etwas flügelartigen Ärmelchen führen. 


Wear Lemonade sieht die hier zu sehende mittlere Naht nicht vor. Die Seiten bleiben offen, da ich aber große Bedenken hatte, dass dadurch zu viel Haut in der Öffentlichkeit zu sehen sein wird, habe ich die Einsätze auf einer Länge von ca acht Zentimetern aufeinander gesteppt, einige Zentimeter weniger hätten vermutlich auch ausgereicht.


Aber auch die von der Mitte auslaufenden Abnäher im Oberteil gefielen mir so sehr, dass ich das Schnittmuster, das ich im Rahmen meines "le "netflix" de la couture" Abos heruntergeladen hatte, ausdruckte und zusammenklebte.


Laut "wear lemonade" ist das Kleid einfach zu nähen: «rien de très compliqué», «nothing difficult». Nun ja...
Obwohl die Anleitung reich bebildert ist, hatte ich beim Nähen der Seitenkeile einige Schwierigkeiten. Erst ein Video löste den Knoten in meinem Kopf.
Quelle: chiara_pour_eshop.pdf

Tatsächlich wird die Nahtzugabe des Vorder- und Rückenteils nach innen gebügelt. Das vorgesehene Futter wird für den Einsatz der Keile genau so vorbereitet. Die Keile werden dann zwischen Oberstoff und Futter zwischengefasst und festgesteppt. Für mich ist dies eine etwas merkwürdige Konstruktion, da man zum Teil nicht sieht, was man zusammengefasst hat. Aber es funktioniert (solange der Stoff nicht zum Ausfransen neigt).


Hinten hat das Kleid einen schönen V-Ausschnitt und wird mit einem nahtverdeckten Reißverschluss geschlossen. Der Rock ist ein einfaches Rechteck.


Für das Kleid habe ich einen leichten Chambray verwendet, der sich leider nur widerwillig bewegt. Ein fließenderer, etwas schwerer Stoff ist sicherlich eine bessere Entscheidung. Aber auch dieses Kleid trägt sich sehr angenehm.


Wenn ich das Kleid an mir sehe, muss ich immer an Prinzessin Leia denken. Ich war der festen Überzeugung, dass sie in einem der ersten Star Wars Filme ein Kleid mit aufgeblähten kurzen Ärmeln trägt. Bei der Suche nach einem passenden Bild ist mir aufgefallen, dass es wohl eher ihre Frisur ist, an die ich mich erinnere. Erstaunlich, welche Assoziationen hervorgerufen werden ...

So könnte das Kleid dann im Sommer aussehen.


Von Wear Lemonade wird man hier bestimmt noch mehr sehen. Wie vor drei Wochen habe ich Dita bereits zugeschnitten. Da ich aber zwei Wochen im Urlaub war, liegt der Stoff noch unverändert an seinem Platz.

Jetzt sehe ich mir die anderen Beiträge beim Me Made Mittwoch an.
Allen LeserInnen wünsche ich eine schöne Woche.
Herzlichste Grüße,
Nina