Sonntag, 13. Mai 2018

Material Girl trifft Sorell

Da ich plötzlich vermehrt Hosen trage, fehlen Oberteile im Schrank, die ich in den letzten Jahren weder genäht, noch vermisst habe. Um so schwieriger finde ich es nun, passende Schnittmuster zu finden. Wenn ich einen Hosenschnitt sehen, weiß ich in der Regel sofort, ob er mir gefällt, bei den Oberteilen ist es anders.


Hier habe ich den Schnitt "Material Girl" von Aime comme Marie getestet. Das Oberteil sieht von vorne wie ein nomales T-Shirt aussieht, besitzt hinten jedoch zwei sich überlappende Rückenteile, die das Shirt zu einem perfekten Sommerbegleiter machen, da es dadurch sehr luftig ist.


Da es die Schnittmuster nicht zum Downloaden gibt, habe ich sie in Frankreich bestellt, was leider immer mit recht hohen Portokosten verbunden ist. Um die Portokosten zu relativieren und weil mir auch andere Schnittmuster sehr gut gefallen, habe ich noch zwei weitere Schnitte bestellt, die ich jedoch noch nicht umgesetzt habe.


Ärgerlich finde ich, dass man die Schnittmuster dann auch noch kopieren muss, da die Schnittteile übereinander gedruckt sind. Das ist ein Arbeitsschritt beim Nähen, der mir so gar keinen Spaß macht. "Miroir" habe ich bereits begonnen zu kopieren bis mir die Kopierfolie ausging, so dass ich den Schnitt immer noch nicht getestet habe.

Das Schnittmuster enthält eine französische, bebilderte Anleitung, so dass man das Shirt auch mit wenig Näherfahrung oder Französischkenntnissen nähen kann.


Im Original ist das Oberteil erheblich länger. Da es dadurch bei mir wie ein Nachthemd aussah bzw. recht unvorteilhaft wirkte, habe ich es im Nachhinein gekürzt. Für ein weiteres Shirt würde ich das Schnittmuster etwa auf Taillenhöhe waagerecht aufschneiden und die Länge an dieser Stelle kürzen, so dass das Shirt an der Hüfte etwas weiter bleibt.


Wenn die Hose, die ich zum Oberteile trage, tiefer geschnitten ist als die hier gezeigte Sorell Trousers, blitzt der Bauch manchmal hervor, wie man hier in Kombination mit der Port Trousers von Pauline Alice sehen kann. Mir gefällt es so kurz trotzdem besser.

Die blaue ist Hose ist eine weitere Sorell Trousers von Pauline Alice, die ich im letzten Post näher vorgestellt habe. Da mir die erste so gut gefiel, habe ich gleich eine zweite genäht. Diese ist aus Leinen, das sich leider beim Tragen etwas weitet, wodurch die Hose am Ende des Tages recht locker sitzt. Sie gefällt mir trotzdem sehr gut. Und auf die vielen Taschen bin ich recht stolz.


Das wird mit Sicherheit nicht die letzte "Sorell" sein. Für den Herbst und Winter habe ich mindestens eine weitere geplant.

Ich wünsche allen LeserInnen einen guten Start in die Woche!
Nina

Mittwoch, 2. Mai 2018

Wandel

Mir ist seit einem guten halben Jahr nach Neuem. Ganz gewaltig. Obwohl ich eigentlich eher bodenständig, sesshaft und beständig bin, würde ich gerne das ein oder andere ändern.

Da ich auf einiges nur begrenzt Einfluss habe, bin ich froh, immerhin meinen Kleidungsstil in angemessener Zeit ändern zu können.

Wie sich im letzten Jahr bereits angedeutet hat, trage ich wieder gerne Hosen und kann sie nun auch nähen! Es war ein langer Weg aber nun sieht es so aus als hätte ich verstanden, wie Hosen zu ändern sind, damit sie passen, so dass ich heute die Sorell Trousers von Pauline Alice trage.


Nach meinem ersten Probemodell sah es allerdings garnicht danach aus. Die Hose saß am Popo so eng, dass es unangenehm war. Mein erster Gedanke war, dass ich die Schnittteile verbreitern muss. Doch das Gegenteil war der Fall. Nachdem ich mein Schnittteil vom Hosenkonstruktionskurs auf das Schnittteil der Hose legte, war klar, was ich tun muss:

Das Packpapier ist vom Hosenkonstruktionskurs
Ich vertiefte also beherzt den Schritt und tatsächlich sitzt die Hose nun perfekt,


so dass ich sie mit allem "Schnickschnack" - Paspeltaschen an der Rückseite, Seitentaschen und einer kleinen extra Tasche für Kleingeld sowie Gürtelschlaufen nähte.


Über den Paspeltaschen habe ich ein wenig gegrübelt bevor ich verstand, was ich zusammen nähen muss. Die Bilder der Anleitung sind eigentlich eindeutig aber ich hatte es zunächst ohne sie versucht und ganz falsche Ideen, wie man auf dem oberen Bild sehen kann. Die Anleitung zeigt eindeutig, dass man die Taschenblende auf das Futter steppt und nicht an die Hose...

Quelle: PDF Instruction
Dank Fernberatung war das Taschenfutter nach einer guten Stunde eingenäht. OK, das geht  beim nächsten Mal schneller...


Und ich ein klein wenig stolz,


so dass ich dem Bund noch einen kleinen Schriftzug schenkte.


Dazu trage ich ein Sweatshirt - ICH kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt ein solches getragen habe, es ist verdammt lange her... - nach dem Schnitt "Astoria" von Seamwork, der auf diversen Nähblogs immer wieder auftaucht und das zu recht. Es empfiehlt sich allerdings ein Sweatshirtstoff mit etwas mehr Stretch als meiner besitzt. Das Shirt könnte bei mir etwas mehr Bewegungsfreiheit zulassen. Ist aber noch ok.


Wer nicht bauchfrei durch die Gegend laufen möchte, sollte zum Shirt allerdings eine hoch geschnittene Hose oder einen eben solchen Rock. Oder das Vorder- und Rückenteil des Astoria Sweaters verlängern.


Wenn es wieder wärmer wird, werde ich ein Inari Cropped Tee von Named zur Hose tragen oder andere T-Shirts, die ich genäht habe oder noch nähen werde, denn die gab es im meinem Schrank in den letzten Jahren ausschließlich für sportliche Gelegenheiten. Es besteht also durchaus Bedarf.


Eigentlich wollte ich aus dem Stoff ein Kleid nähen. Wie so oft hatte ich im Internet bestellt und als der Stoff in meinen Händen lag, waren es mir viel zu viele Punkte für ein Kleid, so dass ich zwei Shirts daraus nähte und noch etwas übrig habe. Das langärmelige Shirt ist eine "Frau Karla".

Und habt ihr die Turnschuhe gesehen??? Trage ich jetzt häufiger!
Mal sehen, wo mich mein Bedürfnis nach Veränderung hinführt. Hier wird man auf jeden Fall mehr Hosen, T-Shirts, Tops und nicht zuletzt Turnschuhe sehen. Denn das Nähen werde ich auf keinen Fall aufgeben aber vermutlich weniger Kleider nähen.

Beim Me Made Mittwoch begrüßt uns heute Sybille in einer Kombination, die nach Hochsommer ruft. Ich freue mich auf die anderen Teilnehmerinnen. Habt eine schöne (kurze) Woche!

Nina

Freitag, 13. April 2018

Ada trifft Gable Top

Die französische Näh-Bloggerszene/IGAccounts und Schnittmusterdesigner begeistern mich im Moment sehr. Die Schnittmuster sind schlicht aber häufig mit kleinen Besonderheiten. So auch der Rock "Ada" von Wear Lemonade.



Auf den ersten Blick ist "Ada" ein Rock mit Knopfleiste. Auf den zweiten fällt jedoch auf, dass die Taschen abstehen und der Gürtel in einer blattartigen Verbreiterung endet. Zudem ist der Rock vorne einige Zentimeter kürzer als hinten.

Quelle: ada_pdf_1.pdf

Super bequem ist der Rock durch den Gummibund, der in der hinteren Mitte eingefügt ist. Vermutlich kann man den Rock deswegen einfach über die Hüften ziehen, ohne die Knöpfe zu öffnen. Das habe ich allerdings noch nicht ausgetestet, da es mir Spaß macht Knopflöcher zu nähen, seitdem ich bzw. meine Nähmaschine das kann und nutze diese deswegen auch gerne.


So richtig schick finde ich den Gummizug hinten auch nicht wirklich, da das Mehr an Stoff Falten wirft. Bei einem zweiten Rock würde ich den Gummizug vermutlich durch Abnäher ersetzen.

Die Taschen stehen eigentlich noch ein klein wenig mehr, da sie auf die Vorderteile aufgesetzt werden. Ich habe sie jedoch in der Seitennaht mit eingefasst, so dass ein guter Zentimeter an Weite verloren geht. Abgesehen davon, dass ich die Taschen so harmonischer finde, macht auch das Nähen mehr Spaß, da es einfacher ist. Für die kleine Tasche auf der Rückseite habe ich sehr viele Nadeln benötigt damit sie letztendlich am richtigen Platz sitzt.


Aber immerhin hat sich diese Steckerei gelohnt:


Das Schnittmuster "Ada" kann man bei Wear Lemonade als Papierschnitt bestellen. Leider sind die Schnitte recht teuer und auch die Versandkosten aus Frankreich verhältnismäßig hoch. Alternativ kann man im Pattern Corner die "Netflix de la couture" abschließen, eine Art Abonnement für mindestens drei Monate a 7,90€ durch das man Zugriff auf sämtliche Wear Lemonade Schnittmuster in pdf Form erhält. Leider muss man diese dann anschließend zuhause audrucken und zusammenkleben, da sie nicht im A0 Format angeboten werden. Neben den Schnittmustern bietete Wear Lemonade auch fertige Kleidung an.

Zum Rock trage ich ein T-Shirt nach dem Schnittmuster "Gable Top" von Jennifer Lauren aus einem Sommersweat. Ich mag das Schnittmuster sehr und habe beim letzten Me Made Mittwoch ein Shirt nach dem Schnitt in schwarz zu meiner roten Hosen getragen. Dieses rosa Shirt war das erste, welches ich ohne Anpassungen genäht habe.


Quelle: The_Gable_Top_by_Jennifer_Lauren_INSTRUCTIONS.pdf
Bisher habe ich nur die langärmelige "View 2" Version genäht. Im Sommer kommen bestimmt noch einige Shirts mit kurzen Ärmeln hinzu.

Damit der Ausschnitt beim Nähen nicht ausleiert ist etwas Geduld und ein Zickzackstich gefordert. Einfacher geht es mit einer Coverlock. Ansonsten ist das Shirt schnell genäht.

Wie tief der Ausschnitt wird hängt davon ab, wie weit man den Stoff nach innen legt. Bei mir waren es in der Mitte fast vier Zentimeter, die ich hinterher zum größten Teil abgeschnitten habe. Das finde ich etwas seltsam. Beim schwarzen Shirt habe ich noch etwas mehr weggenommen damit der Stoff nicht am Hals drückt.


Das Gable Top gibt es als pdf zum Download bei Jennifer Lauren.

Ich bin mir relativ sicher, dass es hier in nächster Zeit häufiger französische Schnittmuster zu sehen gibt.

Allen LeserInnen wünsche ich ein schönes Wochenende!

Nina

Montag, 9. April 2018

Frau Karla trifft Astrid

Heute nun der letzte Teil meiner kleinen "Named" Serie. Zwar habe ich noch die Tyyni Cigarette Trousers zugeschnitten, das aber bereits seit mindestens sechs Monaten und ich verspüre keine Lust, sie zu nähen, obwohl ein erstes Modell, das ich jedoch nie verbloggt habe, eigentlich ganz vielversprechend war. Deutlich weiter bin ich mit dem Rock "Rene" aus schwarzem Wollstoff. Er ist bis auf den Reißverschluss, mit dem ich nicht zufrieden war, im Grunde fertig, hängt aber seit mindestens drei Monaten auf einem Bügel und wartet ebenfalls auf seine Fertigstellung.

Deswegen nun zunächst: "Named, die Letzte".

Genäht habe ich die "Astrid Wrap Pants" bereits zum zweiten Mal. Meine erste trage ich nicht häufig aber gerne und etwa fünf Mal im Jahr darf sie meinen Kleiderschrank verlassen. Der helle Stoff hält mich davon ab, sie öfter anzuziehen, so dass ich die Hose nun aus dunkelblauem, dünnen Wollstoff genäht habe, weil mir ihr Stil sehr gut gefällt.


Das Besondere an der Hose ist, neben den weiten Beinen, dass sie gewickelt wird und keinen weiteren Verschluss besitzt. Nähen kann man die "Astrid Wrap Pants" als lange oder kurze Hose. Da ich keine kurzen Hosen trage, wird es diese hier leider nicht zu sehen geben. Ich würde mich aber sehr freuen, diese bei anderen zu sehen, weil der Schnitt sehr schön ist und definitiv mehr Beachtung verdient.


Im Internet findet man manchmal Bilder, bei denen der gewickelte Teil der Hose unschön absteht. Wenn man sie fest schnürt, ist dies jedoch selbst im Sitzen eigentlich kein Problem. Wenn mir ein "Aufsperren" an meiner hellen Hose aufgefallen wäre, hätte ich keine zweite genäht.

Quelle: 079_01_Astrid_Instructions.pdf.

Damit das Band nicht verrutscht sind die Gürtelschlaufen allerdings dringend notwendig. 


Die beiden sich überlappenden Vorderteile der Hose sind (spiegelverkehrt) gleich geschnitten. Das rechte Vorderteil hat ein etwas kürzeres Wickelband und wird an der linken Seite durch eine kleine Öffnung gezogen.

Auf den Fotos sieht man ganz gut, dass ich das Nähen von Abnähern in empfindlichen Stoffen noch etwas üben sollte. In einem Nähkurs stockte der Lehrerin beinahe der Atem als sie mir beim Nähen von Abnähern zusah. So schlimm finde ich sie dann aber doch nicht... Und die allermeisten Stoffe verzeihen mir mein Verriegeln am Ende, so dass die Abnäher trotzdem "sanft auslaufen". OK, dieser feine "Anzugstoff" ist allerdings etwas zickig...


Zur Hose trage ich "Frau Karla" von Fritzi Schnittreif. Dabei handelt es sich um ein weit geschnittenes Shirt mit 3/4 Arm, überschnittenen Schultern und U-Bootausschnitt, das sehr schnell genäht ist. Im Internet findet man über die Bildersuche unzählige ansprechende "Karlas". Dabei scheint es sich einfach um einen sehr gelungenen Schnitt zu handeln. Ohne Coverlock würde ich ein schmales Bündchen in den Ausschnitt nähen. Dank derselben habe ich den Stoff einfach nach innen gelegt und festgesteppt. Mir gefällt diese Art des Ausschnitts bisher am besten.

Der Spaß am Nähen von Shirts hält an. Ich bin total begeistert aber auch erstaunt, dass ich an ihnen tatsächlich meinen kleinen Perfektionismus ausleben kann, denn eigentlich handelt es sich ja nur um ein Rücken-, ein Vorderteil und Ärmel. Trotzdem unterscheiden sich die verschiedenen Schnittmuster, die ich bisher ausprobiert habe, tatsächlich und ich bin immer noch auf der Suche nach dem perfekten Schnitt.


Alle Schnittmuster von Named, die ich in den letzten drei Wochen hier gezeigt habe, sind wirklich empfehlenswert und von mir nicht ohne Grund zum wiederholten Male verwendet worden.

Genäht habe ich die Kleidungsstücke alle im Februar oder März. Die Monate waren anstrengend und ich habe das Nähen bekannter Schnittmuster mit garantiertem Erfolg als sehr entspannend empfunden. Mit dem Steigen der Temperaturen, habe ich nun Lust auf Neues und das Gefühl, dass die reine Kleiderzeit zu Ende ist. Die rote Hose beim letzten Me Made Mittwoch war sicherlich nur ein Anfang. Ich bin gespannt.

Allen LeserInnen eine schöne Woche!
Nina

Donnerstag, 5. April 2018

Jil Sander in Frankfurt

Als ich vor einigen Monaten las, dass es in Frankfurt eine große Jil Sander Ausstellung im Museum für Angewandete Kunst geben wird, markierte ich mir den Termin dick im Kalender. Ich mag die klaren Linien und reduzierten Designelemente der Kollektionen. Bei Monika bekam man vor zwei Wochen dann einen kleinen Einblick in die Ausstellung, der meine Neugier steigerte. Von Karlsruhe sind es bis Frankfurt knapp 150km, es ist also nicht wirklich weit. 

Gestern war ich nun dort und bin froh nicht extra nach Frankfurt gefahren zu sein, sondern auf dem Rückweg von Bielefeld die Autobahn kurz verlassen zu haben, um ins Museum zu gehen, denn diese beiden Bilder stehen für mich für die Ausstellung durchaus stellvertretend:



Denn in den Ausstellungräumen ist man vor allem von Leere, Fotos und Wandprojektionen umgeben. Die einzelnen Ausstellungsstücke haben viel Raum, oder sind auch mal hinter einer Wand halb verborgen. Optisch gefällt mir das sehr gut. Nur informativ fand ich die Ausstellung leider nicht.

Die nun folgenden Exponate sieht man zum großen Teil auch bei Monika, weil es kaum mehr Ausstellungsstücke gibt.






 An der linken Seite sind Schuhe und Taschen ausgestellt, am Ende einige Turnschuhe.



Gefolgt von Modefotos, die man entweder im Dunkeln, unbeleuchtet, im Miniformat an der Wand bewundern kann oder als Wandprojektion im Nebenraum.


Ich bin froh, nicht extra 150km gefahren zu sein, denn ich wäre vermutlich ein wenig enttäuscht gewesen. Wer in der Nähe ist und 12 Euro bezahlen möchte, sollte sich die Ausstellung ansehen.


Und ggf den Ausstellungskatalog kaufen, da man dort sicherlich mehr Details sehen kann als in der Ausstellung selber.